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Sicherheit Denken

Entspannungspolitik auf der Zweiten Ebene 1969-1990

Sabine Loewe-Hannatzsch

Gerade wegen der Abkühlung des sowjetisch-amerikanischen Verhältnisses entwickelten sich die Beziehungen zwischen ost- und westdeutschen Instituten für Außen- und Sicherheitspolitik in den 1970er und 1980er Jahren beträchtlich weiter. Beide deutsche Staaten blieben sowohl an einem bi- wie multilateralen Entspannungsprozess über die Blockgrenzen hinweg interessiert und führten diesen teils auch gegen die explizit formulierten Erwartungen der jeweiligen Hegemonialmacht fort. Die Analyse greift sowohl den Perzeptionswandel einer deutsch-deutschen epistemic community als auch die sicherheits- und militärpolitischen Aspekte der Beziehungen zwischen Bonn und Ostberlin auf. Die Autorin holt somit die Bedeutung multilateraler Sicherheitspolitik in die Geschichte der Wiedervereinigung zurück und präsentiert eine neue Dimension der gegenseitigen Beeinflussung nicht nur der Institute sondern auch der Politikelite allgemein.

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Schlussbetrachtung

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Dieses Dissertationsprojekt ist den in der Einleitung gestellten Fragen nachgegangen, wie außen- und sicherheitspolitische Fragen in politikberatenden Instituten in Ost und West analysiert und beurteilt wurden und wie Ost-, West-, Freund- und Feindbilder in der zweiten Hälfte des Systemkonflikts in Europa, konstruiert und revidiert werden konnten. Die Fragen fokussierten einerseits den Wandel der Perzeption und der Entwicklung der Netzwerkbildung zwischen den Instituten in Ost- und Westdeutschland, und anderseits die inhaltlichen und thematischen Aspekte dieser Institutskontakte. Dabei konnte die Existenz ost- und westdeutscher Kontakte zwischen den Forschungsinstituten für Außen- und Sicherheitspolitik in der DDR und der Bundesrepublik und deren Mitarbeitern nachgewiesen und die Entwicklung bzw. die Intensivierung der Kontakte sowie der Aufbau eines Netzwerkes rekonstruiert werden. Des Weiteren zeigte sich, dass auf der Basis unterschiedlicher Erfahrungshintergründe die vielfältigen Wahrnehmungen des „Gegenüber“ integraler Bestandteil des Kommunikationsprozesses aller Akteure in Ost und West waren. Ost- wie westdeutsche Experten standen, wenn auch in sehr unterschiedlichem Maße, alle in einem Spannungsverhältnis zwischen Loyalität zur jeweiligen Regierung, den eigenen Erfahrungen, den Freiräumen andere zu kritisieren und die Meinungen anderer zu instrumentalisieren.

Wichtige Einflussfaktoren für die Arbeit und die Ausrichtung der Institute kamen aus Politik und Wirtschaft. Besonders in der DDR, aber auch teilweise in der Bundesrepublik, wurde die wissenschaftliche Expertise der Institute dazu benutzt, politische Entscheidungen scheinbar zu objektivieren und damit zu rechtfertigen.1 Allgemein ist hierbei festzuhalten, dass für vorgesehene Veröffentlichungen des IPW und IIB die meisten Ergebnisse...

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