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Zur Funktion und Bedeutung des Chors im zeitgenössischen Drama und Theater

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Edited By Paul Martin Langner and Joanna Gospodarczyk

Die Rückkehr des Chores in die Theaterstücke und Inszenierungen der Gegenwart macht erkennbar, eine wie hohe Aktualität dieses seit der Antike bekannte Strukturelement des Dramas hat. Dabei werden die antiken Formen für die Bedingungen der Gegenwart überarbeitet und wirkungsvoll weiterentwickelt. Die Beiträge des Bandes leuchten vielfältige Formen der Aneignung und Neubildung aus. Die Position des Chores zur Bühnenhandlung, seine Dimensionen, Artikulationsweisen, Bewegungsmomente werden ebenso in den Aufsätzen diskutiert, wie seine Stellung zur Geschichte und sein Beitrag zum Verhältnis von Individualität und Gemeinschaft. In den Ergebnissen des Bandes wird deutlich, von welcher Wichtigkeit der Chor für das gegenwärtige Drama und die aktuelle Theaterarbeit ist.

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Anna Kowalewska: Zur Funktion und Bedeutung des Chors in Wir sind keine Barbaren!

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Anna Kowalewska (Wrocław)

Zur Funktion und Bedeutung des Chors in Wir sind keine Barbaren!

Abstract: Der Artikel befasst sich mit der Funktion und Bedeutung des Chors im Drama von Philipp Löhle Wir sind keine Barbaren und ihrer Inszenierung von Christine Eder im Schauspielhaus Graz. Die Dilemmas der Figuren wegen der Auseinandersetzung mit dem Fremden werden vom Chor kommentiert, der die Gesellschaft und ihre Spannungen der Fremdheit gegenüber repräsentiert. Er gilt nicht nur als undramatisches Teil des Dramas, der für eine Distanz zum dramatischen Geschehen sorgt, sondern er wird auch zur Bühnengestalt, die als die Verkörperung des vorurteilshaft handelnden Volks dargestellt wird. Der Chor funktioniert als ein vollberechtigter Teil der Inszenierung, dessen undramatische Eigenschaft doch dramatisch auf der Bühne wirkt.

Keywords: Chor, Fremdheit, Fremde, Gesellschaft, Inszenierung

Das Stück Wir sind keine Barbaren! wurde von Philipp Löhle als Auftragswerk für das Konzert Theater Bern im Jahr 2014 geschrieben, wo es seine Uraufführung in Regie von Volker Hesse hatte. Das Stück war sehr erfolgreich und wurde an mehreren Orten gespielt, zum Beispiel im Salzburger Landestheater, Theater Heilbronn, Theater der Keller in Köln oder Nationaltheater Mannheim. Auch 2014 wurde es im Schauspielhaus Graz von Christine Eder inszeniert und diese Aufführung wird die Basis meines Artikels sein, obwohl ich auch die schweizerische Uraufführung ansprechen will. Es ist mir gelungen, mit Löhle, Eder und Karla Mäder (die als Dramaturgin bei...

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