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Zur Funktion und Bedeutung des Chors im zeitgenössischen Drama und Theater

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Edited By Paul Martin Langner and Joanna Gospodarczyk

Die Rückkehr des Chores in die Theaterstücke und Inszenierungen der Gegenwart macht erkennbar, eine wie hohe Aktualität dieses seit der Antike bekannte Strukturelement des Dramas hat. Dabei werden die antiken Formen für die Bedingungen der Gegenwart überarbeitet und wirkungsvoll weiterentwickelt. Die Beiträge des Bandes leuchten vielfältige Formen der Aneignung und Neubildung aus. Die Position des Chores zur Bühnenhandlung, seine Dimensionen, Artikulationsweisen, Bewegungsmomente werden ebenso in den Aufsätzen diskutiert, wie seine Stellung zur Geschichte und sein Beitrag zum Verhältnis von Individualität und Gemeinschaft. In den Ergebnissen des Bandes wird deutlich, von welcher Wichtigkeit der Chor für das gegenwärtige Drama und die aktuelle Theaterarbeit ist.

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Oliver Pfau: Das Frauenquartett der «Hundsmäuligen» in Ewald Palmetshofers Stück die unverheiratete – funktionale Stimmen

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Oliver Pfau (Paris)

Das Frauenquartett der «Hundsmäuligen» in Ewald Palmetshofers Stück die unverheiratete – funktionale Stimmen

Abstract: In seinem Stück die unverheiratete dramatisiert Palmetshofer eine Begebenheit der letzten Kriegstage 1945. Figurenkonstellation und Problematik weisen auf den Elektramythos, gebundene Sprache und agierender Chor auf das antike griechische Drama allgemein.

Welche Funktion denkt Palmetshofer seinem Chor zu? Masse gegen Individuum, Sprachrohr der Öffentlichkeit, abstrakte Kräfte wie Gewissen und Moral, die Perspektive des Autors bzw. Betrachters oder Stilisierung antiker Formen? Die vorliegende Arbeit untersucht diese Fragen in der Sprache, im Text sowie in der Dramaturgie, im Aufbau des Stückes.

Keywords: modernes Drama, antike Tragödie, Stimmengeflecht, Bewusstsein, Gegenwart, Gedächtnis und Gedenken

Rund ein Jahr nach der Wiederaufführung im Wiener Burgtheater von Hugo von Hofmannsthals Elektra im Oktober 2012 – erstmals war dieses Stück am 25. Januar 1903 im Dresdner Opernhaus noch nicht als Oper, sondern in seiner dramatischen Form aufgeführt worden – kommt im Dezember 2014 im Akademietheater Ewald Palmetshofers Drama die unverheiratete auf die Bühne.

Drei Frauen, drei Generationen sind die Protagonisten dieses Stückes, eine Gruppe von vier Frauen bildet dazu ein chorisches Ensemble. Die Handlung spielt in der Gegenwart mit Rückblenden in die Zeit nach dem Ende des 2. Weltkrieges. Erste Protagonistin in der Reihenfolge ihres Auftretens ist „die Alte“: Sie hat in den letzten Kriegstagen einen Deserteur denunziert. Dieser wurde hingerichtet, sie hingegen nach Kriegsende zu einer mehrjährigen...

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