Show Less
Restricted access

Der Abzug von Kapital aus einer Aktiengesellschaft im faktischen und im Vertragskonzern

Entzug von Vermögenswerten vor Beendigung eines Konzerns und beim refinanzierten Erwerb

Series:

Erik Stegner

Die vorliegende Publikation behandelt den Abzug von Vermögenswerten aus einer Aktiengesellschaft vor dem Hintergrund von zwei praktischen Fallkonstellationen: Zum einen liegt der Untersuchung der Fall zu Grunde, in dem Vermögenswerte in einem Vertragskonzern der beherrschten Gesellschaft entzogen werden, und der Vertragskonzern anschließend beendet wird. Zum zweiten geht es um Fälle des sogenannten »Leveraged Buyout«, des refinanzierten Unternehmenskaufs, bei dem die Vermögenswerte der Zielgesellschaft durch den Finanzinvestor herangezogen werden, um den Kaufpreis zu refinanzieren.

Die Publikation geht der Frage nach, ob hierfür ein Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag rechtlich notwendige Voraussetzung ist, und welche rechtlichen Grenzen dem Entzug von Vermögenswerten gesetzt sind.

Show Summary Details
Restricted access

1 Einleitung

1 Einleitung

Extract

Vor Ausbruch der europäischen Finanzkrise waren erhebliche Teile der durchgeführten Unternehmenskäufe als fremdfinanzierter Erwerb gestaltet worden.1 Insbesondere Finanzinvestoren, also beispielsweise Investmentfonds, Banken oder Versicherungsunternehmen, die eine Übernahme durchführen, um von Wertsteigerungen der erworbenen Anteile zu profitieren,2 wählten diese Art der Kaufpreisfinanzierung. Bei derartigen Finanzierungen erfolgt die Aufbringung des Kaufpreises zu einem hohen Anteil durch die Aufnahme von Krediten. Zur Bedienung dieser Kredite und der mit ihnen verbundenen Zinszahlungen wurden vielfach das Vermögen und die Erträge der Zielgesellschaft herangezogen. Aus der Kombination der Fremdfinanzierung einerseits und der Heranziehung der Zielgesellschaft zur Bedienung der Kredite andererseits ergibt sich die gebräuchliche Begrifflichkeit des „Leveraged Buyout“. Denn die Finanzierung durch Kredite ermöglicht eine höhere Eigenkapitalrendite, wenn die Gesamtkapitalrendite den Zinssatz für die Kreditaufnahme übersteigt.3 Der Begriff des Buyout bezieht sich auf die Aufbringung der Finanzierungskosten aus dem Vermögen oder den Erträgen der Zielgesellschaft.4

Im Zuge der Finanzkrise veränderte sich der Übernahmemarkt merklich. Die Möglichkeiten der Beschaffung von Fremdkapital wurden geringer. Finanzinvestoren konzentrieren sich daher seit der Krise auf kleinere Kaufpreisvolumina und die Investition in mittelständische Unternehmen,5 ←15 | 16→wie beispielsweise der Einstieg des Investors KKR bei WMF in jüngster Zeit zeigt.6

Neben der Beschaffung von Fremdkapital wurde auch das Desinvestment, also der Weiterverkauf der Beteiligungen, für Investoren schwerer. Während vor der Finanzkrise kurzfristige Erträge erzielt werden konnten, ist nun oftmals vor dem Wiederverkauf der Beteiligungen eine umfangreiche Restrukturierung...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.