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Die spanischen Regionen im Zeitalter der Aufklärung - Literarische Darstellungen und politisch-ökonomische Reform

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Beate Möller

Die Unabhängigkeitsbestrebungen Kataloniens von Spanien bilden ein wiederkehrendes, politisch brisantes Thema in ganz Europa. In diesem Zusammenhang untersucht diese Studie die Wurzeln regionaler Darstellungen in der Literatur der spanischen Aufklärung auf der diskursiven Ebene und zeigt die Herausbildung politisch-ökonomischer Interessen einzelner Provinzen im Kontext des spanischen Reformprojekts des 18. Jahrhunderts auf.

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1. Kulturhistorischer und methodischer Rahmen: Das Reformprogramm der spanischen Aufklärung

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1.  Kulturhistorischer und methodischer Rahmen: Das Reformprogramm der spanischen Aufklärung

1.1  Die Spezifika der spanischen Aufklärung

Auf der Grundlage eines gewandelten Aufklärungsverständnisses und unter Anwendung des extensiven Literaturbegriffs sowie einer weit gefassten Definition des Begriffs Kultur steht die Teilhabe Spaniens an der europäischen Aufklärung gegenwärtig außer Frage. Die spezifischen Entwicklungslinien, die für das spanische 18. Jahrhundert im europäischen Vergleich weiterhin konstatiert werden, werden überwiegend nicht mehr als defizitäre Abweichung von einem Idealmodell aufgefasst. Vielmehr bedeutet die „Einordnung ihrer Besonderheit in den Kontext von Aufklärung in Europa die Integration des Besonderen in das Allgemeine. Und dieses Interesse am Besonderen intendiert keine Abwertung.“122 Jedoch bleibt der in verschiedenen Teilgebieten der Wissenschaft bis dahin übergreifend formulierte „Topos von der Anomalität des spanischen 18. Jahrhunderts“ bestehen.123

Vor diesem Hintergrund sollen im weiteren Verlauf dieses Kapitels die kulturhistorischen Faktoren, die in ihrem Zusammenspiel die „spezifische Differenz der spanischen Aufklärung“124 bilden, im Kontext der Wissenschaftsgeschichte der spanischen Aufklärung erläutert werden. Dazu werden die Aspekte der spanischen Alteritätswahrnehmung, des selbstkritischen Spanienbildes, des Topos der Rückständigkeit, der Nationalisierungs- und Europäisierungsprozesse von Kultur bei gleichzeitiger regionaler Kontextgebundenheit sowie die Herausbildung der einander unversöhnlich gegenüberstehenden politischen Gruppierungen der so genannten „Zwei Spanien“ beleuchtet. Dies dient dazu, die historische Dringlichkeit zu beschreiben, von der das spanische Reformprogramm, das die Rede über Spanien und seine Regionen bestimmt, getragen...

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