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Bundesordnung in der deutschen Geschichte

Christian Gellinek

Die Hauptstadtlosigkeit Deutschlands geht mit einer uns eigenen Bundesordnung Hand in Hand, die sich in verschiedenen Epochen auf zentrale Orte, bestimmte Burgen und dem Reiche zugewandte Klöster verteilt in größeren oder kleineren Territorien von Süden und Südwesten ab der Donau bis zur Wiedau, und manchmal nur bis zur Eider. Sie erstreckt sich in nördlicher Richtung, und auch vom Rhein bis zur Oder in östlicher. In dieser Wissensstudie wird die Bundesordnung als mittragendes Element der deutschen Geschichte in ihrer politischen Entwicklung vorgeführt. Die regulären Königswahlen fanden in Frankfurt am Main, die Krönungen ursprünglich in Aachen statt. Manche Orte wandten sich zeitweise dem Deutschen Reich zu, manche für immer von ihm ab. Die bündische Bestimmung wurde auf dem Wiener Kongress von Österreich, Russland, England, Preußen und endlich auch Frankreich durch Talleyrand durchgesetzt. Diese Grundlage erfüllte sich erst im Bonner Grundgesetz.

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Drittes Kapitel: Die vor-bündische Kulturverbreitung auf bedeutenden Burgen

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Feste Hohensalzburg

Sie ist seit ihrer Gründung im 11. Jahrhundert eine der größten Burganlagen Europas und liegt oberhalb der den Stadtkern durchfließenden Salzach und ist ein Wahrzeichen der geistlichen Residenzstadt Salzburg, die von einem Erzbischof regiert wurde und ist mit Wien die älteste Stadt Österreichs. Sie besitzt auch die älteste erhaltene Sandseilbahn, den sog. Reißzug, auf die Festung. Hier wohnten und regierten einst die Römer, bis zu Mozarts Zeit dann die Bayern in einem deutschen Erzbistum des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation das Sagen hatten. 1805 befahl Napoleon die Angliederung des Fürstbistums durch das Kaisertum Österreich, in dem Salzburg als Bundesland verblieben ist. Keine Stadt hat so viel Ess-Salz gewonnen, verkauft oder so viel politisches Schmalz gestrichen wie gerade diese Stadt. Ihr jeweiliges Eintreten für den gewählten deutschen Kaiser oder die Bannung durch ihre Bischöfe spielten immer eine große Rolle. Diese wurde durch die einzigartige Lage, die Baukunst ihrer Architekten und das Kunstverständnis ihrer Bürger klug und stark unterstützt. Die Feste wurde wegen dieser vorausschauenden Politik so gut verteidigt, dass sie niemals eingenommen, geschweige denn gestürmt werden konnte. 1481 versuchten die Stadtbürger aus einer Privilegien-Passage die Rechtszuteilung einer Freien (nur dem Kaiser unterstellten) Reichsstadt zu erwerben. Dieser Vorstoß blieb jedoch vergeblich. So erfüllte sich die Anmaßung, fortan als zu gelten, trotz ihres wunderschönen Baustils nicht.

Da Bayern nur eine Mittelmacht darstellte,...

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