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Islam auf dem Balkan

Muslimische Traditionen im lokalen, nationalen und transnationalen Kontext

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Edited By Jordanka Telbizova-Sack and Christian Voß

Die 13 interdisziplinär ausgerichteten Beiträge des Sammelbandes fokussieren die religiöse Landschaft des Balkans im Kontext zunehmender Globalisierung, erhöhter Mobilität und postsozialistischer Transformation. In den Panels «Historische Perspektiven: Islam, Staat und Politik», «Pluralisierung und Transformation», «Türkei: Transnationale Verflechtungen und Innenpolitik» und «Diversität, Identität und Debatten» werden politische, religiöse und kulturelle Prozesse auch im historischen Aufriss dargestellt und analysiert. Dabei richtet sich der Blick sowohl auf die institutionelle Erneuerung und innere Diversifizierung als auch auf das komplizierte Verhältnis zwischen Staat, Politik und muslimischen Bevölkerungsgruppen.

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Islam und religiöse Autorität im heutigen Albanien (Cecilie Endresen)

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Islam und religiöse Autorität im heutigen Albanien

Cecilie Endresen

Die Muslime in Albanien sind keineswegs eine heterogene Gruppe.1 Der Islam unter den Albanern zeigte schon von Anfang an das Bild eines Mosaiks. Der Wiederaufbau der Religion nach der atheistischen Periode ist heute noch ein fortwährender Prozess. In Zusammenhang damit steht die Rekonstruktion von Bedeutung, Kontinuität, Sinn, Zugehörigkeit – und „islamische Werte“ werden neu ausgehandelt. Nach der Öffnung und Liberalisierung der Jahre 1990-91 wurden die religiösen Gemeinschaften im Land wiederbelebt. Aber nach jahrzehntelangem Atheismus war Religion in Albanien erodiert und privatisiert. Das bedeutet, dass soziale und religiöse Identität des Einzelnen nicht zwingend einem „offiziellen“ Inhalt des Glaubens entspricht.

Auch eine intensive Neuordnung muslimischer Netzwerke findet statt. Und selbstverständlich hat das Internet einen weitgreifenden transformatorischen Effekt auf religiöse Praktiken und Ideen. Neue religiöse Akteure und Netzwerke haben die religiöse Landschaft betreten und verkomplizieren das Bild.

In diesem Zusammenhang sind Fragen nach Autorität und Legitimation zentral. Im Islam gibt es keine zentrale Institution oder ein Monopol. Heute ist eine Fragmentierung von Autorität in der gesamten islamischen Welt zu beobachten. Dies geschieht deutlich auch in Albanien. Unterschiedliche Religionsformate treffen aufeinander, kollidieren oder überlappen sich. Muslime finden alternative Quellen der Autorität, außerhalb der traditionellen Wissensbereiche, auf lokaler, nationaler oder transnationaler Ebene.

Bei so vielen verschiedenen Weisen, „Religion zu machen“,2 und mit so spärlicher Information und Forschung über Religion...

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