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Genustransfer durch «Thinking for Speaking»

Kognitive Muster und ihre Bedeutung für den DaF-Unterricht

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Katharina Hirt

Wie wirken sich kognitive ‚Thinking for Speaking’ Muster auf das Fremdsprachenlernen aus? Dieser Frage geht die Autorin mithilfe einer empirischen Untersuchung an deutschen Muttersprachlern nach, die Genustransfer anhand der Pronominalisierung und Kategorisierung von belebten, nicht-menschlichen Referenten (Tiernomen) beim Sprechen des Englischen erforscht. Chinesische und englische Muttersprachler dienen als Vergleichsgruppe. Die Ergebnisse zeigen, dass der Genustransfer durch eine unbewusste Fehlinterpretation des Genus zum Sexus ausgelöst wird. Die Existenz solcher kognitiven Muster bedeutet, dass das Erlernen einer neuen Sprache das Erlernen neuer Muster erfordert. Die Autorin folgert, dass die Genusvermittlung einen höheren Stellenwert im DaF-Unterricht erhalten sollte, um die kognitive Umstrukturierung zu fördern.

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Vorwort

Vorwort

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Sprachenlernen/ Language Learning ist das Bindeglied, das die naturwissenschaftliche Forschung der Psycholinguistik und die anwendungsorientierte Forschung der Fremdsprachendidaktik zusammenführt. Lange Zeit wurden die Disziplinen getrennt voneinander behandelt und die Betonung lag auf den disparaten Anteilen der beiden Gebiete. Vergleichbar zur Annäherung der Begriffe „Spracherwerb“ und „Sprachenlernen“ (language acquisition und language learning) ist jedoch seit einigen Jahren eine Annäherung der Psycholinguistik und der Fremdsprachendidaktik zu beobachten. Während die Psycholinguistik den schulischen Kontext des Spracherwerbs stärker beachtet, ist aus der Fremdsprachendidaktik die empirische Forschung nicht mehr wegzudenken, die linguistische Phänomene der Interaktion im Klassenzimmer beleuchtet.

Mit der Reihe „Inquiries in Language Learning. Forschungen zu Psycholinguistik und Fremdsprachendidaktik“ wollen wir dieser Entwicklung Rechnung tragen. Da die Schnittstelle der beiden Forschungsgebiete, die durch die Reihe bedient wird, naturgemäß eine hohe Interdisziplinarität aufweist, strahlt ihre Relevanz in unterschiedliche Richtungen aus: Einerseits braucht guter Fremdsprachenunterricht Lehrkräfte, deren methodisch-didaktische Entscheidungen auf detaillierter Kenntnis spracherwerbstheoretischer Aspekte beruhen. Das Schreiben von Lehrbüchern für den Fremdsprachenunterricht muss auf einer soliden empirischen Basis geschehen. Andererseits bedarf die Interpretation psycholinguistischer Daten der Vertrautheit mit Unterrichtsabläufen und den Ritualen, die Vermittlungsprozesse prägen. Das Entwerfen eines psycholinguistischen Forschungsdesigns muss unterrichtstechnische Aspekte einbeziehen, um letztlich authentische Ergebnisse abbilden zu können.

Mit der Gesamtschau unserer Arbeitsbereiche hoffen wir dem Ineinandergreifen und den Verschränkungen von psycholinguistischen Grundlagen und fachdidaktischen Weiterentwicklungen, von Theorien und Methoden sowie von Forschung und Praxis gerecht werden zu können.

Christiane BongartzJutta Rymarczyk...

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