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Genustransfer durch «Thinking for Speaking»

Kognitive Muster und ihre Bedeutung für den DaF-Unterricht

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Katharina Hirt

Wie wirken sich kognitive ‚Thinking for Speaking’ Muster auf das Fremdsprachenlernen aus? Dieser Frage geht die Autorin mithilfe einer empirischen Untersuchung an deutschen Muttersprachlern nach, die Genustransfer anhand der Pronominalisierung und Kategorisierung von belebten, nicht-menschlichen Referenten (Tiernomen) beim Sprechen des Englischen erforscht. Chinesische und englische Muttersprachler dienen als Vergleichsgruppe. Die Ergebnisse zeigen, dass der Genustransfer durch eine unbewusste Fehlinterpretation des Genus zum Sexus ausgelöst wird. Die Existenz solcher kognitiven Muster bedeutet, dass das Erlernen einer neuen Sprache das Erlernen neuer Muster erfordert. Die Autorin folgert, dass die Genusvermittlung einen höheren Stellenwert im DaF-Unterricht erhalten sollte, um die kognitive Umstrukturierung zu fördern.

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2. Genussysteme und ihr semantischer Kern

2. Genussysteme und ihr semantischer Kern

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The first part of Chapter 2 summarises a typology of gender systems according to their variety with a focus on German and English gender. The second part addresses the influence of semantic criteria such as biological gender and animacy on gender assignment and explores the phenomenon of personification.

Nachdem das vorherige Kapitel einen kurzen Überblick über die Diskussion um den Zusammenhang zwischen Sprache und Kognition (bzw. Denken) gegeben hat und die allgemeinen theoretischen Grundlagen dargelegt wurden, auf denen die eigene Studie beruht, wird nun das Genus, der Untersuchungsgegenstand der Studie, ausführlich behandelt. Zunächst werden allgemeine Informationen über die grammatische Kategorie Genus und die verschiedenen Ausprägungen von Genussystemen zusammengetragen, wobei auch im Hinblick auf die in der eigenen Studie involvierten Sprachen auf Numeralklassifikatoren eingegangen wird. Im zweiten Abschnitt dieses Kapitels wird die Bedeutung der Semantik für die grammatische Kategorie Genus näher beleuchtet, da diese meiner Meinung nach eine zentrale Rolle beim in der Studie beobachteten CLI im Bereich des Genus spielt. Erkenntnisse über die mit Genus assoziierten kognitiven Prozesse anhand aktueller psycho- und neurolinguistischer Studien werden hingegen im dritten Kapitel aufgezeigt.

Das Genus ist im Gegensatz zu Numerus und Kasus ein dem Nomen inhärentes Merkmal und dient zur Kategorisierung von Nomen (vgl. Murelli & Hoberg 2017: 804), weswegen Nübling es anders als bspw. Corbett oder auch Köpcke/Zubin nicht als eine grammatische, sondern eher als eine morphologische Kategorie versteht (vgl. Nübling 2013: 128–129 und Corbett 1991: 1 sowie...

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