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Staatenlexikon Europa

Geographie, Geschichte, Kultur, Politik und Wirtschaft

Edited By Andreas Dittmann and Wolfgang Gieler

Das Staatenlexikon vermittelt grundlegende Kenntnisse zu Geographie, Kultur, Politik und Wirtschaft der Staatenwelt Europas. In alphabetischer Reihenfolge – von Albanien bis Zypern – werden insgesamt 50 Staaten behandelt. Die Besonderheit des Lexikons besteht in der Analyse gegenwärtiger gesellschaftspolitischer und ökonomischer Entwicklungen als historisch bedingten Prozessen. In kompakter Form werden Informationen auf aktuellem Stand über die Bedingungen und Strukturen, Interessen und Ziele der Politik der Staaten Europas untereinander und in der internationalen Arena geboten. Zielgruppen sind vor allem Wissenschaftler, Studierende, Dozenten, Journalisten und sonstige Mittler politischer Bildung sowie alle politisch Interessierten. Ein Grundlagenwerk, das zur differenzierten Beurteilung Europas im Wandel beiträgt. Dabei wird der Begriff «Europa» räumlich großzügig interpretiert und auch über Ost- und Südosteuropa hinaus bis zum Kaukasus ausgedehnt.

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Italien (Werner Gamerith)

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Werner Gamerith

Italien

Naturraum und geographische Rahmenbedingungen

Der weitaus größte Teil der markanten Halbinsel des Apennins, die mit etwa 1.200 km Länge in den zentralen Mittelmeerraum ragt, bildet mit vorgelagerten Inseln das Territorium der italienischen Republik. Mit Sizilien, wo der mesozoische Gebirgszug des Apennins seine insulare Verlängerung findet, und Sardinien, das überwiegend aus paläozoischen Gesteinen besteht und somit deutlich älter ist als das italienische Festland, gehören auch die beiden größten Mittelmeerinseln zu Italien. Seine charakteristische, von Nordwesten nach Südwesten gerichtete „Stiefel“-Form macht Italien zu einem unverwechselbaren Bestandteil Südeuropas. Die Halbinsel wird im Norden komplett durch Alpen und Dinariden vom übrigen Europa abgeschirmt. Italiens Küstenlinie erstreckt sich auf insgesamt 8.962 km (ISTAT 2016:6) und Festlandsgrenzen bestehen im Nordwesten zu Frankreich, im Norden zur Schweiz und Österreich und im Nordosten zu Slowenien. Hinzu kommen etwa drei Kilometer Staatsgrenze gegenüber dem Vatikanstaat und knapp 40 km mit San Marino – zwei Zwergstaaten, die als Enklaven zur ← 233 | 234 → Gänze von italienischem Territorium umgeben sind. Umgekehrt stellt die Siedlung Campione d’Italia am Ostufer des Luganer Sees eine italienische Exklave im schweizerischen Kanton Tessin dar.

Diese Grundlagen des italienischen Territoriums – eine vom übrigen europäischen Festland relativ gut abgeschirmte Halbinsel mit einer viel gegliederten Küstenlinie und zahlreichen vorgelagerten Inseln – spiegeln sich nicht zuletzt auch in dem Umstand der späten Gründung des italienischen Nationalstaats. Die politisch-territoriale Einheit der Apenninenhalbinsel unter...

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