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Der Massenmensch zu Beginn des 20. Jahrhunderts

Ein diskursgeschichtlicher Vergleich zur deutschen und spanischen Literatur

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Charlotte Jestaedt

Die Studie befasst sich mit der Frage, welche Wissensstrukturen in Bezug auf das Phänomen der Masse in Deutschland und Spanien vor den faschistischen Regimes präsent waren. Mit ihrer diskursanalytisch und komparatistisch angelegten Untersuchung zeigt die Autorin, dass die Spannungen zwischen Individuum und Masse sowohl für den wissenschaftlichen als auch für den literarischen Diskurs konstitutiv waren. Sie arbeitet die Querbezüge zwischen der Masse-Semantik in theoretischen Texten und in Kriegs- und Großstadtromanen heraus. Dabei rücken kulturraumübergreifende und kulturraumspezifische Ausprägungen sowie die Frage nach einem möglichen transnationalen spanisch-deutschen Diskurs in den Blick

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IV. Der literarische Diskurs im Kontext des Krieges

IV. Der literarische Diskurs im Kontext des Krieges

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Wie im Kapitel zu den historischen Diskursmotoren bereits erläutert wurde, spielte das Phänomen der Masse im Ersten Weltkrieg und im Spanischen Bürgerkrieg eine wichtige Rolle. Dementsprechend ist es nicht verwunderlich, dass die Kriegsromane in Deutschland und Spanien Raum für dessen Thematisierung boten. In der germanistischen und hispanistischen Forschung hat die Verbindung der beiden Phänomene jedoch bisher wenig Beachtung erfahren. Bezüglich des Ersten Weltkrieges sind zuletzt im Kontext seines hundertjährigen Jubiläums zahlreiche Studien entstanden, von denen lediglich Zellers bereits erwähnte Dissertation und der Sammelband Baumgartners, Gampers und Wagners umfassender auf die literarische Behandlung des Masse-Phänomens im Kontext des Krieges eingehen.405 Der Spanische Bürgerkrieg wird in der aktuellen hispanistischen Forschung zunehmend in der Erinnerungsliteratur untersucht, sodass der Fokus auf den nach 1939 entstandenen Medien und den darin konstruierten Erinnerungsräumen liegt.406 Zu den im Bürgerkrieg entstandenen ←143 | 144→Romanen aus dem faschistischen und republikanischen Lager liefern hingegen Thomas, Albert und Mañá Delgado wichtige Beiträge.407 Eine Verknüpfung der für diese Arbeit zentralen Themen Krieg und Stadt nehmen Mainer, Ingenschay und Ricci vor, indem sie die Darstellung Madrids in der Bürgerkriegsliteratur beleuchten.408 Jedoch gibt es in der Hispanistik bisher keine Untersuchungen, die die diskursiven Beziehungen der Themen Masse und Bürgerkrieg in der Literatur fokussieren. Ebenso wenig liegen diesbezüglich komparatistische Studien für Deutschland und Spanien vor.

Im Folgenden sollen deshalb die deutschen und spanischen Praktiken sowie die Verschränkung des wissenschaftlichen und des literarischen...

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