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Zweisprachigkeit und das semantische Lexikon

Gezielte, sprachspezifische Förderung und Therapie in der Kita und Grundschule

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Claudia Wahn

Das vorliegende Buch stellt evaluierte Förder- und Therapieformate zum Auf- und Ausbau des semantischen Lexikons zweisprachiger Kinder vor. Darüber hinaus möchte es den LeserInnen Anregungen für die praktische Umsetzung und Gestaltung von Einzel- und Gruppensituationen geben. Eine entsprechende theoretische Verortung mit dem Ziel des Praxistransfers auf der Basis von Evidenzbasierung soll nicht fehlen, v.a. da Zweisprachigkeit in der Sprachförderung und Sprachtherapie eine weitgehend ungenutzte Ressource darstellt. Zweisprachigkeit sollte in Deutschland nicht länger als Nachteil für die Bildungsentwicklung von Kindern gesehen werden, sondern als Vorteil im Spracherwerb, den es in den unterschiedlichen Institutionen des deutschen Bildungs- und Gesundheitssystems gezielt zu nutzen gilt.

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2 Förderung und Therapie des semantisch-lexikalischen Systems: Ein Überblick über aktuelle Sprachförderprogramme und Therapieansätze

2 Förderung und Therapie des semantisch-lexikalischen Systems: Ein Überblick über aktuelle Sprachförderprogramme und Therapieansätze

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Sprachkompetenz stellt eine der Schlüsselqualifikationen für die Persönlichkeitsentwicklung von Kindern dar und ist eine wichtige Voraussetzung für den schulischen und beruflichen Erfolg – also von Bildungsprozessen (vgl. auch Kapitel 6). Altersgemäße Sprachkenntnisse sind folglich unerlässlich mit Blick auf die Bildungschancen, die für alle Kinder gleich sein sollten. Mangelnde Teilhabe an der Sprach- und Kulturgemeinschaft eines Landes verhindern dies nicht selten. Sprachliche Bildung sollte deshalb so früh wie möglich beginnen und in den Alltag der Kinder integriert werden (sog. alltagsintegrierte sprachliche Bildung; s. auch Kapitel 6). Eltern bzw. enge Bezugspersonen und ErzieherInnen sollten dazu in den Förderprozess aktiv einbezogen werden. Alltagsintegrierte sprachliche Bildung ist ein Konzept, das entwicklungs-, lebenswelt- und kompetenzorientiert arbeitet (vgl. Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, 2018). Es bietet eine umfassende systematische Unterstützung und Begleitung des Spracherwerbs für Kinder aller Altersstufen, die grundlegend das Handeln aller pädagogischen Fachkräfte bestimmt. Eine qualitativ hochwertige alltagsintegrierte sprachliche Bildung bedarf selbstverständlich einer spezifischen professionellen Handlungskompetenz der involvierten pädagogischen Fachkräfte, die Fachwissen, Handlungswissen (insbesondere zu spezifischen Interaktions- und Gesprächsstrategien, Beobachtungs- und Analysekompetenzen) umfasst (vgl. ebd.). Der Bereich der sprachlichen Bildung, insbesondere die zu lösenden Aufgaben sind daher in den letzten Jahren stark in den Fokus von Forschung und Bildungsinstitutionen, wie z.B. KiTa und Schule gerückt. Es ergeben sich erhebliche Herausforderungen für alle Beteiligte – Kinder und Jugendliche, ErzieherInnen und LehrerInnen, BildungspolitikerInnen und WissenschaftlerInnen (vgl. Becker-Mrotzek & Roth 2017: 7). Es bedarf deshalb...

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