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Zweisprachigkeit und das semantische Lexikon

Gezielte, sprachspezifische Förderung und Therapie in der Kita und Grundschule

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Claudia Wahn

Das vorliegende Buch stellt evaluierte Förder- und Therapieformate zum Auf- und Ausbau des semantischen Lexikons zweisprachiger Kinder vor. Darüber hinaus möchte es den LeserInnen Anregungen für die praktische Umsetzung und Gestaltung von Einzel- und Gruppensituationen geben. Eine entsprechende theoretische Verortung mit dem Ziel des Praxistransfers auf der Basis von Evidenzbasierung soll nicht fehlen, v.a. da Zweisprachigkeit in der Sprachförderung und Sprachtherapie eine weitgehend ungenutzte Ressource darstellt. Zweisprachigkeit sollte in Deutschland nicht länger als Nachteil für die Bildungsentwicklung von Kindern gesehen werden, sondern als Vorteil im Spracherwerb, den es in den unterschiedlichen Institutionen des deutschen Bildungs- und Gesundheitssystems gezielt zu nutzen gilt.

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4 Förderung und Therapie des semantisch-lexikalischen Systems bei zweisprachigen Kindern – Umsetzung in der Praxis

4 Förderung und Therapie des semantisch-lexikalischen Systems bei zweisprachigen Kindern – Umsetzung in der Praxis

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Beschäftigt man sich mit Förderung und Therapie sowie der Umsetzung beider Interventionsformen in der Praxis, wird unweigerlich die Frage der bildungs- und gesundheitspolitischen Abgrenzungsproblematik aufgeworfen. Zeichnet organisatorisch, strukturell und finanziell für die Förderung das deutsche Bildungssystem verantwortlich, ist es für die Therapie (hier: für die Sprachtherapie) das deutsche Gesundheitssystem. Nun hat sich im Kontext der Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention (Convention on the Rights of Persons with Disabilities, United Nations 2006) auch Deutschland verpflichtet, allen Menschen unabhängig von Unterschieden hinsichtlich Geschlecht, Alter, Religion, Kultur und Sprache eine bestmögliche Entwicklung sowie eine vollumfängliche Teilhabe bzw. Partizipation in der Gesellschaft zu ermöglichen. Die UN-Behindertenrechtskonvention unterscheidet dabei nicht zwischen den Zuständigkeiten unterschiedlicher Systeme, jedoch nimmt in Deutschland vor allem das Bildungssystem die formulierte Aufgabe der UN an. Den Referenzrahmen für das deutsche Gesundheitssystem bilden dabei die ICD-10 (vgl. https://www.dimdi.de/dynamic/de/klassifikationen/icd/icd-10-who/) bzw. demnächst die ICD-11 (vgl. https://www.dimdi.de/dynamic/de/klassifikationen/icd/icd-11/) sowie die ICF (2005). Die ICF (International Classification of Functioning, Disability and Health) ist eine Klassifikation der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Die ICF (2005) dient fach- und länderübergreifend als einheitliche und standardisierte Sprache zur Beschreibung des funktionalen Gesundheitszustandes (Gesundheit und Krankheit gleichermaßen), von Behinderung, sozialer Beeinträchtigung und der relevanten Umgebungsfaktoren eines Menschen. Mit diesem Klassifikationssystem können die bio-psycho-sozialen Aspekte von Krankheitsfolgen unter Berücksichtigung der Kontextfaktoren systematisch erfasst werden. Die Klassifikation wurde 2001 als Nachfolgerin der ICIDH 1 und ICIDH 2 von der WHO herausgegeben und enthält ein grundlegend verändertes...

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