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Arnold Zweig zum fünfzigsten Todestag

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Edited By Krzysztof Kłosowicz

Dieses Buch umfasst Studien zum Leben und Werk des in der schlesischen Stadt Glogau geborenen Schriftstellers Arnold Zweig. Ziel der Veröffentlichung ist es, des ein wenig in Vergessenheit geratenen Autors fünfzig Jahre nach dem Tod zu gedenken und seinen umfangreichen Nachlass im Lichte der literatur- bzw. kulturwissenschaftlichen sowie komparatistischen Fragestellungen wieder in den Fokus der Diskussion zu stellen. Daher bietet das Buch sowohl einen Überblick über den aktuellen Forschungsstand als auch eine Fülle an neuen Forschungsanstößen.

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Andrea Rudolph: Übertreffen durch schöpferisches Erzählhandeln.

Übertreffen durch schöpferisches

Erzählhandeln.

Arnold Zweigs kulturelle Essentialisierung

cseines Gerechtigkeitsfanatikers

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Andrea RudolphUniwersytet Opolski (Opole)

Wenn Arnold Zweig in seiner Schrift „Das Werk und der Betrachter“ verlangt, künstlerische Mittel sollen „ehrlich, anständig, nicht geborgt“1 sein, ist dies als Plädoyer eines jungen angehenden Schriftstellers für eine autonome, originelle Kunstproduktion lesbar. Ein Künstler müsse selbständige Kunst zu produzieren in der Lage sein. Die Forschung hat längst festgestellt, dass dem angehenden Schriftsteller dies in der eigenen Textproduktion Schwierigkeiten bereitete.2 Über den überwältigenden Einfluss von ‚Vätern‘ sprach Zweig wiederholt. Wie anhaltend dieser war, hatte Zweig 1936 in einer brieflichen Äußerung Thomas Mann direkt bekannt: „Ich habe aus echter Distanzliebe um das Jahr 1910 jeden Wunsch nach eigener Prosa aufgegeben, um unter Ihre Schüler zu gehen und mich schwer und langsam aus dieser Schülerschaft gelöst, als die Zeit dazu gekommen war.“3 Im Jahr 1965 erinnerte sich Zweig noch einmal daran, wie stark er sich auch in seinen Novellen um Claudia „stilistisch“ von Thomas Mann „hatte färben lassen.“4 In einem Interview vom 26.10.1955 bekannte er konkreter noch: „daß ich mich beispielsweise in meinen Novellen um Claudia in einigen Teilen von dem Einfluss Thomas Manns so überwältigen ließ, daß ich meinen persönlichen Stil […] zum Teil unterwarf der Diktion von Thomas Mann.“5 Es ist nicht neu, dass A. Zweig, der in Breslau, München, Berlin, Göttingen, Rostock ←27 | 28→und Tübingen von 1907 bis 1914 Germanistik, Philosophie, Psychologie, Kunstgeschichte, moderne Sprachen und Nationalökonomie...

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