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Arnold Zweig zum fünfzigsten Todestag

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Edited By Krzysztof Kłosowicz

Dieses Buch umfasst Studien zum Leben und Werk des in der schlesischen Stadt Glogau geborenen Schriftstellers Arnold Zweig. Ziel der Veröffentlichung ist es, des ein wenig in Vergessenheit geratenen Autors fünfzig Jahre nach dem Tod zu gedenken und seinen umfangreichen Nachlass im Lichte der literatur- bzw. kulturwissenschaftlichen sowie komparatistischen Fragestellungen wieder in den Fokus der Diskussion zu stellen. Daher bietet das Buch sowohl einen Überblick über den aktuellen Forschungsstand als auch eine Fülle an neuen Forschungsanstößen.

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Barbara Surowska: Arnold Zweigs Abigail und Nabal als Seelendrama

Arnold Zweigs Abigail und Nabal als

Seelendrama

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Barbara Surowska(Warszawa)

Abigail und Nabal beeindruckte mich als eines der frappantesten Dramen seiner Zeit. Das Stück nimmt einen gefangen durch die eine besonders dichte Atmosphäre schaffende, ungewöhnlich klingende und nicht sogleich verständliche Sprache. Das Stück wurde nicht aufgeführt, was eigentlich kein Wunder ist, schon aus dem Grunde, weil sich die Schauspieler die ausgebauten Textpartien, die die Seiten des Szenariums fast lückenlos ausfüllen, mit nur unerhörter Anstrengung hätten einprägen können, um sie frei wiederzugeben. Es gibt kaum kurze, klar formulierte, einfache Sätze. Und es gibt auch keine einfachen Probleme. Die hier agierenden biblischen Figuren als Bewohner des Gebirges Juda sind uns in ihrem menschlichen Erleben nicht unähnlich, einzig ihre Lebensweise war in biblischen Zeiten natürlich anders. Dem Willen des Autors nach soll uns ihr Anblick den Eindruck vom „rauhen, ja wilden und ländlichen“ machen. Doch wir haben es im Grunde mit Dramen des Innenlebens zu tun, deren Nachvollzug große Sensibilität erfordert.

Die Handlung spielt zu Beginn und am Schluss des Dramas in einem durch eine hohe Mauer begrenzten Raum: im Hause Nabals. Hier fühlt sich der Hausherr sehr wohl, weil er sich gesichert und geschützt meint. Anders ergeht es seiner schönen, jungen, jedoch von ihm auf Distanz gehaltenen Gattin, die obwohl tief gekränkt und unglücklich, trotz alledem bei ihm in Treue ausharrt. Mit der Enge der Behausung, in der beide eingeschlossen sind, kontrastiert...

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