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Nach der Einsprachigkeit

Slavisch-deutsche Texte transkulturell

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Diana Hitzke

Postkoloniale Konstellationen lassen sich nicht (mehr) in das Eigene und das Andere, in das Originäre und das Nachgeahmte, in ein Hier und Dort auseinanderdividierenden. Sie sind geprägt von Verflechtungen, Hybri-disierungen und wechselseitigen Aneignungsprozessen. In diesem Band analysiert die Autorin Texte von Jurij Brězan, Irena Brežná, Mascha Dabić, Róža Domašcyna, Olga Grjasnowa, Barbi Marković, Olga Martynova und Aleksandar Tišma. Sie zeigt auf, dass alle Werke sich mit multiplen Zuge-hörigkeiten, Mehrsprachigkeit und Übersetzung auseinandersetzen. Die Texte dekonstruieren Grenzen sprachlicher und kultureller Zugehörigkeit, thematisieren aber auch Diskriminierung, Rassismus und Antisemitismus. Damit beschreiben sie mehrsprachige Welten jenseits von hegemonialer Einsprachigkeit.

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Inhalt

1. Einleitung. Nach der Einsprachigkeit

Vom „Monolingual Paradigm“ zur Wahrnehmung von Mehrsprachigkeit

Muttersprache(n)

Warum Einzelsprachlichkeit?

Mehrsprachigkeit in der Literaturwissenschaft

Sprache statt Nation?

Komparatistik und mehrsprachige Philologien

Von der Einzelsprachlichkeit zur „Postmonolingual Condition“

Literatur und Mehrsprachigkeit – ein Forschungsfeld

Zur Gliederung des Buches

2. Aleksandar Tišmas Novi Sad als mehrsprachige und heterogene Stadt vor dem Hintergrund des Holocaust

Novi Sad als heterogene und mehrsprachige Stadt

Kritik, Gewaltdarstellung und Ambivalenz

Mehrsprachigkeit und multiple Identitäten

Über das Sprechen in angsterfüllten Situationen

Ästhetischer Anspruch und programmatische Ambivalenz

3. „Stalno misliti između svih mogućnosti ljudske glave“ oder „in the queer world of verbal transmigration“. Von Übersetzungsprozessen und Dolmetscherinnen in slavisch-deutschen Texten

Translatio und Transkonzepte

Übersetzung, Adaption und Zirkulation. Barbara Markovićs Izlaženje

Bernhard übersetzen

Über Zirkulation

Übersetzungen lesen

(Un)Sichtbarkeit, (Un)Übersetzbarkeit, Schreiben

Ab- und Umschreiben im Kontext der Praktiken der Gegenwartskunst

Übersetzung als Transkonzept? Olga Grjasnowas Der Russe ist einer, der Birken liebt

Irena Brežnás Die undankbare Fremde und Mascha Dabićs Reibungsverluste

Vergleichende Perspektiven auf Marković, Grjasnowa, Brežná und Dabić

4. Raffaels Loggien in St. Petersburg, „my German vacation“ und Gogol’ in Rom. Mehrsprachigkeit und Transkulturalität bei Olga Martynova

Manifeste und latente Mehrsprachigkeit bei Martynova

Raffaels Loggien in der Ermitage, falsche Sonnenbrillen und Gogol’ in Rom

Exkurs: Kopien in Kunst und Kulturgeschichte

Die (imaginierte) Eroberung Roms

Originale und Kopien postkolonial

Gogol’ in Rom und die Bedeutung der Erzählung „Portret“

Wider die Einsprachigkeit

5. Sorbische Literatur als verflochtene Literatur

Bildungssysteme, institutionelle Verflechtungen, Kontexte des Schreibens und Lesens

Zejler und Ćišinski, die lokale und die globale Linie der sorbischen Literatur

Sorbisch-deutsche Zweisprachigkeit, hybride Poetiken

Róža Domašcynas Zwei- und Mehrsprachigkeit

Weltliteratur auf Sorbisch

Von anderen Orten erzählen

Brücken im Zugwind – sorbisch-deutsche und sorbisch-slavische Verflechtungen

Transkulturelle und translinguale Verflechtungen

6. „[W];ono by było hinaše morjo, hdy by njepřiwzało tež wodu rěčki Satkule“. Zur Poetik des Fließens in Jurij Brězans Krabat

Postmoderne und postkoloniale Lektüren der Krabat-Romane

Vom Inselmotiv zum Wasser der Satkula

Wasser, Ströme, Fluss-Texte. Zur Poetik des Fließens in Jurij Brězans Krabat

7. Schluss. Slavisch-deutsche Texte postkolonial

Bibliographie

Erstpublikationsnachweis