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Antike und Byzanz als historisches Erbe in Südosteuropa vom 19.–21. Jahrhundert

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Edited By Hans-Christian Maner and Ioannis Zelepos

Der Sammelband enthält Beiträge internationaler Experten aus verschiedenen Fachdisziplinen zur Wahrnehmung von Antike und Byzanz als historischem Erbe in Südosteuropa vom 19. Jahrhundert bis in die Gegenwart. Die Fallbeispiele reichen von Bosnien-Herzegowina bis zur Türkei. Die Autoren untersuchen Medialisierungen von Vergangenheit in komparativer Perspektive im Hinblick auf wissenschaftliche Diskurse sowie auf politische und ideologische Indienstnahmen unter besonderer Berücksichtigung jüngster und gegenwärtiger Entwicklungen. Ihre differenzierten Einzelanalysen liefern somit ein wertvolles Kompendium zum aktuellen Thema «Public History» in der Region.

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Die byzantinischen Studien in Südosteuropa

Die byzantinischen Studien in Südosteuropa

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unterscheiden sich von jenen in anderen Ländern – wie Deutschland, Frankreich, Großbritannien und den USA – vor allem darin, dass Südosteuropa einst ein Teil des Byzantinischen Reichs war und die Auseinandersetzung mit der byzantinischen Geschichte und Kultur deshalb immer auch eine Auseinandersetzung mit der eigenen Vergangenheit ist. Beginnen wir deshalb mit einem knappen historischen Abriss:

Die Römer beherrschten die gesamte Balkanhalbinsel vom ersten Jahrhundert nach Christus bis kurz vor das Jahr 600, dann ging das Gebiet zum größten Teil durch die Einwanderung erst der Slaven, dann der Bulgaren verloren. Das römische Reich im Westen war damals schon untergegangen, das Oströmische Reich bestand weiter, wandelte sich aber nach dem Verlust der romanisierten Gebiete auf dem Balkan schnell zu einem griechisch geprägten Staat.

Die Präsenz der Oströmer war im siebten Jahrhundert auf der Balkanhalbinsel für längere Zeit auf das unmittelbare Hinterland von Konstantinopel, auf Thessaloniki, Teile von Südgriechenland mit Athen und die Inseln reduziert. Seit dem späteren achten Jahrhundert wurde der Süden, also in etwa das heutige Griechenland, zurückerobert, die Slaven und Bulgaren missioniert.

Im frühen elften Jahrhundert erlangte das Oströmisch-Byzantinische Reich die Kontrolle über die gesamte Balkanhalbinsel zurück; Bulgarien wurde erobert, die Serben erkannten die Oberhoheit des Kaisers von Konstantinopel an. Im späten zwölften Jahrhundert errangen Bulgarien und Serbien ihre Unabhängigkeit zurück, und das Byzantinische Reich wurde 1204 durch den Vierten Kreuzzug zerschlagen.

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