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Literarisches Lernen mit Medienverbünden für Kinder und Jugendliche

Abenteuer/«âventiure» als narrativer Zugang in Theorie und Praxis

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Edited By Karla Müller and Andrea Sieber

Das populäre Abenteuer-Narrativ mit seinem typischen Handlungsverlauf ist nicht nur in der Kinder- und Jugendliteratur weit verbreitet, sondern auch in Medienverbünden, multimedialen Formaten oder Computerspielen. Zudem hat es eine lange Geschichte, wie schon der âventiure-Begriff zeigt. Dieser eignet sich daher ideal für den Brückenschlag zwischen Mittelalter und Moderne und eröffnet neue Potentiale für literarisches Lernen. Der vorliegende Band bietet theoretische Grundlagen und praktische Beispiele für alle Schulstufen u.a. zu: Kirsten Boies Der kleine Ritter Trenk, Michael Endes Jim Knopf und Die unendliche Geschichte, Felicitas Hoppes Iwein Löwenritter, Nils Mohls Stadtrandritter, Superhelden-Comics, Gamebooks, Computerspielserien mit Mittelalterbezug und mittelalterliche Artusromane.

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Erzählen (wie) im Mittelalter. Felicitas Hoppes Iwein Löwenritter als Interpretation seiner Vorlage (Martin Sebastian Hammer)

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Martin Sebastian Hammer

Erzählen (wie) im Mittelalter. Felicitas Hoppes Iwein Löwenritter als Interpretation seiner Vorlage

I. Forschungsstand und Vorhaben

mich jâmert wærlîchen, und hulfez iht, ich woldez clagen, daz nû bî unseren tagen selch vreude niemer werden mac der man ze den zîten pflac. doch müezen wir ouch nû genesen. ichn wolde dô niht sîn gewesen, daz ich nû niht enwære, dâ uns noch mit ir mære sô rehte wol wesen sol: dâ tâten in diu werc vil wol. (Iwein, V. 48–58)1

Es betrübt mich wirklich, und hülfe es etwas, so würde ich beklagen, daß es jetzt, in unsern Tagen, keine solche Freude mehr gibt, wie man sie damals genoß. Immerhin: wir kommen auch jetzt davon. Ich möchte nicht damals gelebt haben und dann heute nicht dabei sein können, da es uns noch mit der Erzählung von ihnen so recht wohl sein kann: damals erfreute sie die Wirklichkeit.

Der Erzähler des mittelhochdeutschen Iwein – er stellt sich selbst als Hartman […] ein Ouwære (V. 28f.) vor – beklagt zu Beginn seines Romans, dass man solche Freuden zu seiner Zeit gar nicht mehr erleben könne, wie man sie früher noch allzu gut gekannt habe.

Doch der Kommentar des Erzählers erschöpft sich nur scheinbar in dieser typischen laudatio temporis acti – einem ‚Früher war alles besser‘ –, denn er...

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