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Literarisches Lernen mit Medienverbünden für Kinder und Jugendliche

Abenteuer/«âventiure» als narrativer Zugang in Theorie und Praxis

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Edited By Karla Müller and Andrea Sieber

Das populäre Abenteuer-Narrativ mit seinem typischen Handlungsverlauf ist nicht nur in der Kinder- und Jugendliteratur weit verbreitet, sondern auch in Medienverbünden, multimedialen Formaten oder Computerspielen. Zudem hat es eine lange Geschichte, wie schon der âventiure-Begriff zeigt. Dieser eignet sich daher ideal für den Brückenschlag zwischen Mittelalter und Moderne und eröffnet neue Potentiale für literarisches Lernen. Der vorliegende Band bietet theoretische Grundlagen und praktische Beispiele für alle Schulstufen u.a. zu: Kirsten Boies Der kleine Ritter Trenk, Michael Endes Jim Knopf und Die unendliche Geschichte, Felicitas Hoppes Iwein Löwenritter, Nils Mohls Stadtrandritter, Superhelden-Comics, Gamebooks, Computerspielserien mit Mittelalterbezug und mittelalterliche Artusromane.

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Hoch zu Ross und in der Luft. Didaktische Überlegungen zum Vergleich episodischer Erzählformen im höfischen Roman und im Superhelden-Comic (Amelie Bendheim / Dominik Schuh)

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Amelie Bendheim und Dominik Schuh

Hoch zu Ross und in der Luft. Didaktische Überlegungen zum Vergleich episodischer Erzählformen im höfischen Roman und im Superhelden-Comic

Was nützt es, zwei Figurentypen, die beide nicht – zumindest nicht im wörtlichen Sinne – der Gegenwart entspringen, miteinander in Beziehung zu setzen? Warum könnte es in didaktischer Hinsicht lohnenswert sein, Protagonisten der höfischen Epik mit solchen der Superhelden-Comics des 20. Jahrhunderts zu vergleichen? Ausgehend von der Beobachtung, dass Heldenfiguren sich weitgehend losgelöst von ihren Ursprungskontexten großer medialer Präsenz erfreuen und dabei in eine Art kulturellen Heldenkanon eingeordnet erscheinen, soll die hier vorgestellte Sequenz thematisieren, wie das Konzept ‚Held‘ in verschiedenen narrativen Settings realisiert wird und wie dabei auf bestimmte Erzählverfahren zurückgegriffen wird. Anknüpfend an die literaturdidaktische Überlegungen zur Thematisierung von Helden der mittelalterlichen Literatur von Franziska Küenzlen, Anna Mühlherr und Heike Sahm1 soll der Held2 dabei im Rekurs auf Joseph Campbell3 als Protagonist eines universellen Erzählschemas aufgefasst werden. Die Figur gerät also nur insofern in den Blick, als sie zentraler Handlungsträger der hier zum Gegenstand gemachten abenteuerlichen Erzählungen ist. Anhand von Beispielen ritterlich-höfischer Heldenerzählungen einerseits ←205 | 206→und der Darstellung von Comic-Superhelden andererseits soll der Frage nachgegangen werden, wie unterschiedliche Textsorten produktiv gemacht werden können, um episodische Erzählformen, wie das spezifische Schema der âventiure-Fahrt, im gymnasialen Deutschunterricht zu thematisieren.

Dass die damit aufgerufenen Figurationen des Heldenhaften hinsichtlich ihrer Charakterisierung...

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