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Professionalisierung im Lehramtsstudium Deutsch

Überzeugungen, Wissen, Defragmentierung

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Edited By Nicole Masanek and Jörg Kilian

Die auch in der Deutschdidaktik oft formulierte Klage einer Fragmentierung des Wissens in der Lehrerinnen- und Lehrerbildung bedarf vor dem Hintergrund des Professionalisierungsgedankens einer neuen, auch kritischen Betrachtung. Das Buch lädt dazu ein, indem es Beiträge versammelt, die die Kategorien Überzeugungen, Wissen und Defragmentierung als Facetten der professionellen Kompetenz beleuchten: Welches Wissen sollten angehende Deutschlehrerinnen und -lehrer bereits in der ersten Phase der Lehrerinnen- und Lehrerbildung erwerben? In welchem Verhältnis steht das geforderte Wissen zum tatsächlich erworbenen Wissen? Wie können universitäre Lerngelegenheiten gestaltet sein, die zwischen theoretischer Durchdringung von Fachinhalten und den Anforderungen der Praxis vermitteln? Welche Stolpersteine zeigen sich auf dem Weg hin zu einer professionell erzeugten Unterrichtsqualität im Fach Deutsch? Die Autorinnen und Autoren referieren Ansätze, Methoden und Befunde aktueller deutschdidaktischer Forschungsprojekte, die dazu ansetzen, diese Fragen zu beantworten.

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Literaturgeschichtliche Schemata von Lehramtsstudierenden. Eine phänomenologische Analyse angewandter Wissensstrukturen (Nathalie Kónya-Jobs/Mark-Oliver Carl)

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Nathalie Kónya-Jobs/Mark-Oliver Carl

Literaturgeschichtliche Schemata von Lehramtsstudierenden. Eine phänomenologische Analyse angewandter Wissensstrukturen

Abstract: This study explores structures of (literary-)historical knowledge which teacher students activate when they read non-contemporary literary texts. Using Interpretative Phenomenological Analysis, the following forms of knowledge are reconstructed in data from Literary Seminar Conversations: models of past life-worlds, cultural meta-models, and knowledge about historical facts. Divergent cases of conversations among advanced students are highlighted, and implications for subject-oriented teacher education are discussed.

Keywords: Professionswissen von Studierenden, Literaturwissenschaft, Literaturgeschichte

1 Vorannahmen und Rahmenbedingungen

1.1 Arbeitsdefinitionen: Literaturgeschichte, Literaturgeschichtsbewusstsein, literaturgeschichtliches Wissen

Den Arbeitsdefinitionen liegt die Einsicht in die wirklichkeitskonstituierende Kraft kultureller Repräsentationen zugrunde und in die sprachlich-symbolische Geformtheit und Narrativität jeder Geschichtsschreibung, so auch der literarhistorischen. Aus fachwissenschaftlicher Sicht ist ein Begriff der Literaturgeschichte als das objektiv Gegebene der Philologien oder notwendiger Prozess teleologischen Fortschritts durch den Einfluss jüngerer Geschichtsphilosophien der ‚Posthistoire‘ (vgl. deren Vertreter Vilém Flusser, Hayden White, Jean-François Lyotard, Francis Fukuyama, Jean Baudrillard) obsolet geworden. Hierauf reagieren die literaturdidaktische Theoriebildung sowie die Deutschlehrer*innenbildung.

Literaturgeschichte soll verstanden werden als diskursives Konstrukt, das bezogen ist auf die diachrone Dimension von Teilmengen des Symbolsystems Literatur.

Literaturgeschichtsbewusstsein soll die Disposition bezeichnen, die jeweilige zeitliche Bestimmtheit literarischer (Inter-)Diskurse, den historisch variablen ontologischen und pragmatischen Status, die grundlegende Historizität sowie ←185 | 186→die zeittypische poetisch-mediale Verfassung eines literarischen Textes wahrzunehmen und in die eigene Lebenswelt einzuordnen. Um...

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