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Schlusslogische Letztbegründung

Festschrift für Kurt Walter Zeidler zum 65. Geburtstag

Edited By Lois Marie Rendl and Robert König

Die «Schlusslogische Letztbegründung» sucht Antwort auf die Frage: Wie ist Philosophie als Wissenschaft möglich? Sie führt damit das Projekt einer ontologisch relevanten Logik fort, das seit der Antike im Zentrum der Geschichte des Idealismus und der Transzendentalphilosophie steht.

Kurt Walter Zeidler liefert mit seinem Werk nicht nur eine eindringliche Aufarbeitung dieser Geschichte, sondern bemüht sich zugleich um deren systematische Weiterentwicklung. Fern den Moden seiner Zeit steht sein Denken in einer Tradition der Philosophie, die sich nicht Konjunkturen beugt und in Relativitäten verliert, sondern als Erkenntnis des lebendigen und logisch erschließbaren Absoluten begreift.

Lehrer, Wegbegleiter und Schüler setzen sich in dieser Festschrift mit Zeidlers Arbeiten auseinander.

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Die drei Grundsätze der Wissenschaftslehre von 1794/95 als geltungsfunktionale Letztbegründungsreflexion (Reinhard Hiltscher (Dresden))

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Reinhard Hiltscher (Dresden)

Die drei Grundsätze der Wissenschaftslehre von 1794/95 als geltungsfunktionale Letztbegründungsreflexion

Kurt Walter Zeidler ist ohne Frage einer der profiliertesten und renommiertesten zeitgenössischen Transzendentalphilosophen. In hervorragenden, viel diskutierten Arbeiten1 hat er die (neu)-kantianische Tradition der Bestimmungslogik fortgeführt und entwickelt. Dabei richtet sich sein Augenmerk mit Blick auf Kant vor allem auf dessen Lehre vom Schluss.2

Es mag insbesondere auch nach Gadamers These, der Neukantianismus sei in Wahrheit ein Neufichteanismus gewesen, als erlaubt erscheinen, zur Festschrift von Herrn Professor Zeidler einen Beitrag beizusteuern, der sich Fichtes Lehre von der ursprünglichen Geltungsprätentionalität des absoluten Ich widmet.

Es kann keinerlei Zweifel daran bestehen, dass Fichtes frühe Wissenschaftslehre in ausgesprochen starkem Maße eine ‚egologische Theorie‘ des Selbstbewusstseins und der Subjektivität darstellt. Daneben beinhaltet die „Grundlage“ aber auch ganz dezidiert eine Geltungstheorie unseres Wissens. Das selbstbewusstseinstheoretische Thema und das geltungstheoretische Thema werden von Fichte in der „Grundlage“ zusammen durchgeführt, verbunden und leider auch stark vermischt. Der vorliegende Aufsatz versucht in einer Rekonstruktion den geltungstheoretischen Aspekt der Wissenschaftslehre zu isolieren und herauszuarbeiten.3 Für diese Rekonstruktion muss das komplementäre egologische Thema weitgehend ausgeblendet bleiben. Dies heißt natürlich keinesfalls, dass das subjektstheoretische Thema für Fichte selbst nicht mindestens genauso systematisch relevant gewesen wäre wie das geltungstheoretische. Für unsere ←227 | 228→Rekonstruktionsabsichten darf das Thema des Selbstbewusstseins jedoch nicht die ausschlaggebende Rolle spielen.

I. Von Kant zu Fichte...

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