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Texte zu digitalen Welten und analogen Formaten von Claus Friede

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Edited By Dagmar Reichardt and Gudrun Thiessen-Schneider

Dieses Buch präsentiert erstmals das Werk des Kurators, Kunstkenners und Kulturvermittlers Claus Friede als proaktiv schreibenden, überraschend vielseitigen und versatilen Autor. Ein Textkorpus von 85 repräsentativen Beiträgen aus den vergangenen 30 Jahren (1990-2020) illustriert Friedes breit angelegtes Themenspektrum aus den Bereichen Kunst, Musik, Film, Literatur und Kultur. Prägnant zeichnen sie seine intellektuelle und mediale Wende von der analogen zur digitalen Welt nach. Der zweite Buchteil lenkt den „fremden" Blick auf Friedes Schaffen aus der Perspektive diverser Kollegen und Freunde. Ein ausführlicher biobibliographischer Anhang sowie reichhaltiges Bildmaterial runden den prismatischen Einblick in die transkulturellen Wirkungskreise von Claus Friede ab.

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1.4. Parallelklang von digitalen Welten und analogen Formaten (ab 2016)

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Courtesy: Estate Yvonne v. Schweinitz, Berlin, und Museum Fürstenfeldbruck

Mechanismen der Gewalt Regina José Galindo und Arcangelo Sassolino im Frankfurter Kunstverein

Es ist eine Ausstellung, die unter die Haut geht, insbesondere die Werke der aus Guatemala Stadt stammenden Künstlerin Regina José Galindo. Ihr Kollege, der Italiener Arcangelo Sassolino, zeigt in den sachlichen Räumen des Frankfurter Kunstvereins eine Auswahl seiner Arbeiten, die ihren gegenüber abstrakter wirken, aber nicht minder ihre Wirkung entwickeln können. In der Ausstellung geht es um Macht, Gewalt, Kraft und gesellschaftliche Fragilität, um Grenzerfahrungen von Belastung, dicht an der Zerstörung, und um ein Gefühl des Ausgeliefert-Seins.

Regina José Galindo, Jahrgang 1974, stammt aus einem Land, in dem von 1960 bis 1996 Bürgerkrieg herrschte. Wie in vielen anderen Ländern Mittel- und Südamerikas fielen dem jahrzehntelangen Konflikt Hunderttausende zum Opfer – auf Seiten der linken Guerilla genauso wie auf Seiten der Regierung – aber vor allem die Zivilbevölkerung hatte zu leiden. Viele Familien verließen das Land, auch nach 1996, weil selbst nach dem Friedensabkommen die Unruhen immer wieder aufflammten. Menschen verschwanden spurlos, Massaker und Folterungen wurden verübt – die Geschichte wiederholt sich in ihren Gewaltexzessen. Als der sich 1982 an die Macht geputschte guatemaltekische Diktator Efrain Rios Montt, der für viele Massaker, besonders an der indigenen Bevölkerung verantwortlich war, sich 2003 auf das Präsidentenamt bewarb, reagierte Galindo mit einer Performance darauf, die als filmische und fotografische...

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