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Migration und Zuwanderung

Literarische, soziologische, ökonomische und sprachliche Aspekte

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Edited By Maria K. Lasatowicz and Andrea Rudolph

Im Sommer 2015 erinnerten sich Deutsche daran, dass Deutsche nach 1933 in neue Heimaten aufbrechen mussten. Auch trat zutage, dass ältere Deutsche kollektive Erinnerungen noch einmal erlebten: die Erinnerung daran, am Ende des Krieges mit 12 Millionen weiteren selbst als Flüchtling unterwegs gewesen zu sein. Dennoch schlug das helle Sommermärchen von 2015 in Deutschland und in Österreich sehr schnell in schwarze Prophetien um.

Der Band präsentiert literarische, ökonomische und soziale Aspekte der Migration. Die Herausgeberinnen sind überzeugt, dass der analytische Blick auf die verschiedensten historisch-politischen Konstellationen, seien diese literarisiert oder faktologisch, helfen wird, die jüngsten Probleme und Erfahrungen in einem schärferen Licht zu sehen. Sie setzen damit gegenwärtiger Aufgeregtheit eine Spannungsbewältigung durch geschichtliche Bildung entgegen.

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Die Zauber-„Wintersaat“. Ein Vergleich zwischen Thomas Manns Zauberberg und Wacław Berents Wintersaat: Sabina Brzozowska

Sabina Brzozowska

Extract

Ist denn das nicht die Empfindlichkeit inGeistesangelegenheiten, die sich so wunderlichoffenbaren?1

Denn alles, was hier gesprochen wurde, hat seine sehr festbestimmte Grenze in der Jugend2.

Abstract: The author carries out a comparative analysis of Wacław Berent’s “Winter Crop” (Ozimina) and Thomas Mann’s “The Magic Mountain” (Der Zauberberg). Although the two compared novels are of different historical and cultural backgrounds, she shows things that they have in common. The analysis does not concentrate on the interrelations that were realised at the time but on tracking down the sources of the two writers’ imagination, intellectual fascinations, disturbing similarities (and obvious differences) that led to building up the world they created and also in the finesse of their language. The author draws a map of “mental spurts”, “spiritual colouration” and early 20th century History echoing in both novels.

Keywords: History, myth, initiation, Dionisos, modernism, pessimism

Es erscheint womöglich gewagt, die verführerische Parallele zwischen Wacław Berents Wintersaat, erschienen 1911, und Thomas Mann 1924 veröffentlichtem Zauberberg zu ziehen. Der Vergleich ist jedoch berechtigt und weniger riskant, als es auf den ersten Blick erscheinen mag, verfolgt man Phantasiequellen, intellektuelle Leidenschaften, beunruhigende Ähnlichkeiten (und offensichtliche Differenzen) in der Konstruktion der dargestellten Welt und in der Feinheit der Sprache. Folgt man zudem der eigenartigen Karte der „intellektuellen Aufbrüche“, des „geistigen Kolorits“ und spürt man dem in beiden Romanen vorhandenen Beben der Geschichte an der Schwelle des 20. Jahrhunderts nach, verdichten sich die...

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