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Von Musen und Musik: Zu Oper, Libretto und Singspiel

Hans-Albrecht Koch

Das Buch behandelt literarische Texte, die zur Vertonung für musikalischen Vortrag bestimmt waren. Der erste Hauptteil handelt vom deutschen Singspiel des 18. Jahrhunderts, vor allem in seiner österreichisch-süddeutschen, speziell Wiener, Ausprägung. Das Singspiel wählte höfische und bürgerliche Sujets, aber auch Märchenstoffe, und war für ausgebildete Sänger gedacht. Seinen Höhepunkt fand es in der gemeinsamen Arbeit von Emanuel Schikaneder und Wolfgang Amadeus Mozart an der «Zauberflöte» und in Goethes «Zweiter Zauberflöte». Der zweite Hauptteil behandelt die Operndichtungen, die der Wiener Hugo von Hofmannsthal für den Komponisten Richard Strauss schrieb, besonders die symbolträchtige, vielfach an die «Zauberflöte» anknüpfende Oper «Die Frau ohne Schatten» und «Arabella», das letzte gemeinsame Werk beider Künstler.

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„Wir Musen wissen viel Erlogenes zu sagen, das dem Wirklichen gleicht, wir wissen aber, wenn wir wollen, Wahres zu singen.“

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Bei den Griechen war das eine Krankheit zu fragen, welche Zahl von Ruderern Odysseus gehabt habe, ob zuerst die Ilias geschrieben worden sei oder die Odyssee, ferner, ob sie vom selben Verfasser stamme, und anderes dergleichen mehr. Wenn du das für dich behältst, nützt es deinem stummen Gewissen nichts, tust du es aber kund, erscheinst du nicht gelehrt, sondern lästig.

Lucius Annaeus Seneca, Über die Kürze des Lebens (XIII,2)

Ma lʼultima cantòper cantare per cantareper cantare solamenteebbe la sorte bella.Le sirene del marela vollero per sorella.

Gabriele d’Annunzio, Le sette sorelle

„Wir [Musen] wissen viel Erlogenes zu sagen, das dem Wirklichen gleicht, wir wissen aber, wenn wir wollen, Wahres zu singen“ (Übers. Uvo Hölscher), so reden in der „Theogonie“ des böotischen Dichters Hesiod, bald nach Homer, die Musen über sich selbst. Von diesem zweitältesten Epiker der Griechen stammt die früheste erhaltene Lehrdichtung. Nicht mehr erzählt, sondern guter Rat erteilt wird in den „Werken und Tagen“ in hexametrischer Form dem Landmann, wie er sein ‚Tagewerk‘ im wiederkehrenden Lauf der Jahre am besten verrichten könne. Tritt sie im Gewand der Kunst auf, verbirgt die Didaxe, daß sie nackt nicht gut unter die Grazien zu zählen wäre. Ganz ohne die Musen kam der musische Theodor Fontane aus, als er anläßlich des Erscheinens der „Ahnen“ von Gustav Freytag äußerte: „Ein Roman soll uns eine Geschichte erzählen, an...

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