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Von Musen und Musik: Zu Oper, Libretto und Singspiel

Hans-Albrecht Koch

Das Buch behandelt literarische Texte, die zur Vertonung für musikalischen Vortrag bestimmt waren. Der erste Hauptteil handelt vom deutschen Singspiel des 18. Jahrhunderts, vor allem in seiner österreichisch-süddeutschen, speziell Wiener, Ausprägung. Das Singspiel wählte höfische und bürgerliche Sujets, aber auch Märchenstoffe, und war für ausgebildete Sänger gedacht. Seinen Höhepunkt fand es in der gemeinsamen Arbeit von Emanuel Schikaneder und Wolfgang Amadeus Mozart an der «Zauberflöte» und in Goethes «Zweiter Zauberflöte». Der zweite Hauptteil behandelt die Operndichtungen, die der Wiener Hugo von Hofmannsthal für den Komponisten Richard Strauss schrieb, besonders die symbolträchtige, vielfach an die «Zauberflöte» anknüpfende Oper «Die Frau ohne Schatten» und «Arabella», das letzte gemeinsame Werk beider Künstler.

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Publius Vergilius Maro: Opera, Manuskript

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1930 erschien in der von Martin Bodmer herausgegebenen Zeitschrift „Corona“ zum wiederkehrenden Gedächtnis an Vergil1 ein Porträt, dem sein Verfasser Rudolf Borchardt mit kraftvollen Strichen auch die Wirkung einzeichnete, die der vor damals zweitausend Jahren geborene Dichter aus Mantua einst auf seine Zeitgenossen ausgeübt hatte: „Ein Leidender, mit schlechtem Magen und empfindlichen Schleimhäuten, brustschwach trotz seines Gliederbaus, höchst reizbar gegen Lärm, Menge und Popularität, wenn er, bei ohnehin seltenstem Passieren über Straßen erkannt, dem Publikum jenen von Horaz so unbefangen geschätzten Zoll der Berühmtheit erlegen sollte. Ein immer jungfräulich Gebliebener, der sich das Rotwerden nicht abgewöhnen konnte, und dem das Neapler Spottvolk auf griechisch nachrief, was heut etwa klänge wie ‚Mamʼzellʼ Nitouche‘. Ein wortkarger Mann mit lahmer Zunge, der in der üblichen Rednerkarriere nach dem ersten Auftreten versagt hatte, – weil, wer nicht gewußt hätte, daß es Vergil war, ihn für einen stotternden Analphabeten hätte nehmen müssen, – und dazu seit seiner Jugend von Ekel gegen diese lehrbaren Literatenkünste des Tribünenjournalismus und der Freigelassenen der Publikumsprosa erfüllt: und dieser Stotterer und ungelenke Bauer, kaum daß er seine Poesie vorlas, ein solcher Erschütterer der Herzen […] daß, als er Augustus und Octavia den sechsten Gesang mit dem ‚Tu Marcellus eris‘ vorlas, das Schluchzen des hohen Paares die Lesung abzubrechen drohte, wenn der Dichter nicht, aufstehend, gesagt hätte, er sei ohnehin zu Ende.“

Die denkwürdige Lesung fand im...

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