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Von Musen und Musik: Zu Oper, Libretto und Singspiel

Hans-Albrecht Koch

Das Buch behandelt literarische Texte, die zur Vertonung für musikalischen Vortrag bestimmt waren. Der erste Hauptteil handelt vom deutschen Singspiel des 18. Jahrhunderts, vor allem in seiner österreichisch-süddeutschen, speziell Wiener, Ausprägung. Das Singspiel wählte höfische und bürgerliche Sujets, aber auch Märchenstoffe, und war für ausgebildete Sänger gedacht. Seinen Höhepunkt fand es in der gemeinsamen Arbeit von Emanuel Schikaneder und Wolfgang Amadeus Mozart an der «Zauberflöte» und in Goethes «Zweiter Zauberflöte». Der zweite Hauptteil behandelt die Operndichtungen, die der Wiener Hugo von Hofmannsthal für den Komponisten Richard Strauss schrieb, besonders die symbolträchtige, vielfach an die «Zauberflöte» anknüpfende Oper «Die Frau ohne Schatten» und «Arabella», das letzte gemeinsame Werk beider Künstler.

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„Wer die Schönheit angeschaut mit Augen, Ist dem Tode schon anheimgegeben.“ Zum 200. Geburtstag des Dichters August von Platen

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„Ich bin am 24. Oktober 1796 geboren, und zwar zu Ansbach in Franken, das damals noch unter preußischer Regierung stand […]. Meine erste Erziehung lag in den Händen einer frommen und sanften Mutter, der zweiten Frau meines Vaters, welcher von seiner ersten geschieden war, von der er sechs Kinder hatte, worunter fünf Töchter […]. Was ich noch von meiner frühesten Erziehung weiß, ist, daß ich zum mindesten in physischer Hinsicht keineswegs verzärtelt wurde und man mich lehrte, zu meinen Eltern du zu sagen und immer freimütig und offen gegen sie zu sein. Daß ich von Adel, aus einem alten Hause sei und dergleichen mehr, sagte man mir niemals.“ So faßte August von Platen in einem 1813 begonnenen Tagebuch seine Erinnerung an die frühe Kindheit zusammen.

Die freie Erziehung rührte von der Rousseau-Begeisterung der Mutter her, die den Sohn früh mit der Literatur, vor allem der französischen, vertraut machte, ihn zum Schreiben ermutigte und so auch seinen Weg zum Dichtertum vorbereitete. Der Vater dagegen, Oberforstmeister im Dienste des Markgrafen von Ansbach-Bayreuth, blieb Platen innerlich so fremd wie die Stiefgeschwister. Die Familie war längst nicht mehr vermögend. So bedeutete es für die protestantischen Eltern ein Glück, daß ihr Sohn im Alter von zehn Jahren eine Freistelle im Kadettenkorps in München erhielt. Nach vier Jahren wechselte Platen aus Abneigung gegen den Militärdienst auf die Pagenschule in München, schlug aber 1814 nach kurzem Pagendienst als...

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