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Von Musen und Musik: Zu Oper, Libretto und Singspiel

Hans-Albrecht Koch

Das Buch behandelt literarische Texte, die zur Vertonung für musikalischen Vortrag bestimmt waren. Der erste Hauptteil handelt vom deutschen Singspiel des 18. Jahrhunderts, vor allem in seiner österreichisch-süddeutschen, speziell Wiener, Ausprägung. Das Singspiel wählte höfische und bürgerliche Sujets, aber auch Märchenstoffe, und war für ausgebildete Sänger gedacht. Seinen Höhepunkt fand es in der gemeinsamen Arbeit von Emanuel Schikaneder und Wolfgang Amadeus Mozart an der «Zauberflöte» und in Goethes «Zweiter Zauberflöte». Der zweite Hauptteil behandelt die Operndichtungen, die der Wiener Hugo von Hofmannsthal für den Komponisten Richard Strauss schrieb, besonders die symbolträchtige, vielfach an die «Zauberflöte» anknüpfende Oper «Die Frau ohne Schatten» und «Arabella», das letzte gemeinsame Werk beider Künstler.

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„Im Haus der Zeit, unter der Stiege“. Zu Hugo von Hofmannsthals 100. Geburtstag am 1. Februar 1974

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Er sollte weniger erforscht und fleißiger gelesen sein – so etwa möchte man Lessings bekanntes Epigramm auf die Klopstock-Rezeption abwandeln, wenn man die Fülle der disparaten Äußerungen über Hugo von Hofmannsthal durchmustert. Der 100. Geburtstag des Dichters trägt das Seine dazu bei, an Hofmannsthal erneut die Wahrheit des bösen Wortes vom „Dichter als Kletterstange des Kritikers, Historikers, Verlegers usw.“ zu erweisen.

Die einen feiern ihn heute als den „jüngsten deutschen Klassiker“, die anderen werden nicht müde, ihm „ein falsches [gesellschaftliches oder historisches] Bewusstsein“ vorzuwerfen. Wieder andere ziehen sich mit viel Eleganz aus der Schwierigkeit, indem sie uns klarmachen, daß solche Diskrepanz der Urteile schon immer Hofmannsthals Bild in der literarischen Öffentlichkeit bestimmt hat – so gleichsam, als wäre mit dem Nachweis der Umstrittenheit des Dichters schon irgendetwas über seine Bedeutung gesagt. Da werden dann etwa gegenübergestellt der Enthusiasmus des Freundes Rudolf Borchardt, Hofmannstahl werde „das kommende Jahrhundert beschäftigen und im nachfolgenden nicht vergehen“, und der Haß von Karl Kraus, der „Vom großen Welttheaterschwindel“ schreibt und nirgendwo „so aberwitzigen Dreck“ gefunden haben will wie in Hofmannsthals „Großem Salzburger Welttheater“. Unterschlagen wird uns dabei nur, daß derselbe Karl Kraus 1894 Hofmannsthals „Tor und Tod“ „eine großartige Dichtung voll tiefer Gedanken und poetischer Schönheiten“ genannt hatte. Damals hatte Kraus sich noch nicht mit Hermann Bahr überworfen und hatte noch nicht begonnen, seine derben Hiebe, die Bahr zugedacht waren, auch auf alle anderen Mitglieder des um Bahr versammelten „Jungen...

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