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Von Musen und Musik: Zu Oper, Libretto und Singspiel

Hans-Albrecht Koch

Das Buch behandelt literarische Texte, die zur Vertonung für musikalischen Vortrag bestimmt waren. Der erste Hauptteil handelt vom deutschen Singspiel des 18. Jahrhunderts, vor allem in seiner österreichisch-süddeutschen, speziell Wiener, Ausprägung. Das Singspiel wählte höfische und bürgerliche Sujets, aber auch Märchenstoffe, und war für ausgebildete Sänger gedacht. Seinen Höhepunkt fand es in der gemeinsamen Arbeit von Emanuel Schikaneder und Wolfgang Amadeus Mozart an der «Zauberflöte» und in Goethes «Zweiter Zauberflöte». Der zweite Hauptteil behandelt die Operndichtungen, die der Wiener Hugo von Hofmannsthal für den Komponisten Richard Strauss schrieb, besonders die symbolträchtige, vielfach an die «Zauberflöte» anknüpfende Oper «Die Frau ohne Schatten» und «Arabella», das letzte gemeinsame Werk beider Künstler.

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„Silvia im >Stern<“ (1909)

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Im März 1907 las Hofmannsthal laut einer Tagebucheintragung auf Empfehlung Kesslers in der Autobiographie und den Briefen der Julie de l’Espinasse (SW XX, S. 226), in denen von ihrem Schicksal die Rede ist, als illegitime Tochter eines Grafen noch in dessen Haus leben zu müssen, nachdem dieser ihre Schwester geheiratet hat. Ihre Legitimation wurde abgelehnt, um das Erbe zu erhalten. Für den Juli 1907 ist eine intensive Goldoni-Lektüre Hofmannsthals bezeugt, die sich u.a. auf die Komödien „Il ventaglio“ (‚Der Fächer‘), „La bottega del caffè“ (‚Das Kaffeehaus‘) und „La locandiera“ (‚Mirandolina‘) erstreckt hat. Weitere wichtige Quellen zu „Silvia im >Stern<“ waren, etwa für das Verleumdungsmotiv die Geschichte der Sylvie in dem Band „Illustres Françoises“ von Robert Chasles, einem „außerordentlichen Erzähler“, dessen Lektüre Hofmannsthal von Kessler empfohlen worden war (SW XX, S. 226).

Zwischen dem 23. und 25. August 1907 ließ Hofmannsthal vom Semmering aus den Vater wissen, er arbeite an einer schwierigen Charakterkomödie in Prosa, von der er den ersten Akt „szenenweise und etwas schleuderhaft, sozusagen provisorisch“ (Briefe II, S. 287) niederschreibe. Ähnlich äußerte er sich am selben Tag in einem Brief an seine Frau und meinte, das Schreiben in Prosa falle ihm leichter als das in Versen. Zwei Tage später betonte er gegenüber dem Vater die „großen Avantagen der Prosa für die Charakteristik“ (23. August 1907, SW XX, S. 227). Wie Briefe an verschiedene Partner zeigen, u.a. an Kessler...

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