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Die Vita des Josef Busnāyā

Eine historische Quelle des Nordiraks des 10. Jahrhunderts

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Ralph Barczok

Der Band ist die erste größere Studie zur Vita von Josef Busnāyā. Diese Quelle beschreibt in großem Detailreichtum das alltägliche Leben im 10. Jahrhundert in einem ostsyrischen Kloster und seinem ruralen Umfeld in einer ansonsten schlecht dokumentierten Zeit und Region. Der Autor veranschaulicht das alltägliche Leben im Kloster, seine ökonomische Grundlage und das Verhältnis der Mönche zu ihrem christlichen und nicht-christlichen Umfeld und analysiert es im Kontext seiner historischen Situation. Das Ergebnis ist eine Momentaufnahme mit erstaunlichen Einsichten in das alltägliche, multireligiös geprägte Leben im Nordirak des 10. Jahrhunderts. Allerdings sind diesen durch die Natur der Quelle als hagiographischer Text Grenzen gesetzt.

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8. Die Außenbeziehungen des Klosters

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In der Vita des Josef Busnāyā wird das Kloster nicht nur in seiner Beziehung zu anderen Klöstern und als wirtschaftlicher Betrieb betrachtet, sondern auch in seiner Interaktion mit seinem nicht monastischen Umfeld. Im Nordirak des 10. Jahrhunderts bestand dieses aus einer Vielzahl unterschiedlicher Gruppen. Die Mönche, an die sich die Vita des Josef Busnāyā richtete, agierten mit ihnen auf einer alltäglichen Ebene. Daher soll sich das letzte Kapitel mit diesen Gruppen beschäftigen, die Johannes bar Kaldun vor allem aus der Innenperspektive des Klosters betrachtet. In den Beschreibungen der Vita finden diese Interaktionen in den meisten Fällen im Kloster statt, das von vielen Menschen besucht wurde. Diese Besucher spielen in der Vita eine bestimmte, vom Autor gewünschte Rolle, die in der narrativen Episode jeweils betont wird. Dabei charakterisiert der Autor diese Personen nicht nur durch ihr Verhalten, sondern auch indem er sie einer Gruppe zuordnet. Die Assoziationen und Konnotationen, die mit der jeweiligen Gruppenbezeichnung in einer bestimmten Zeit, Sprache und Region verbunden waren, sind heute oft nicht mehr geläufig, weswegen eine genaue Betrachtung der Gruppenbezeichnungen sinnvoll ist. In der vorliegenden Arbeit müssen daher auch scheinbar klare Begriffe genauer betrachtet werden, um begreifen zu können, wer hier mit dem Kloster in Kontakt tritt und wie ein solcher Kontakt zu bewerten ist. Die Gruppen, ihre Namen und ihre Funktion im Text müssen einer Analyse unterzogen werden. Erst im Anschluss ist es möglich, auch die Beziehung des Klosters mit den Gruppen...

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