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Die Hochzeit von Philipp Ludwig von Pfalz-Neuburg und Anna von Jülich-Kleve-Berg (1574)

Edition und Untersuchungen zur Gattung Festbeschreibung

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Rebecca Anna

Gegenstand dieser Publikation sind die narrativen Beschreibungen zur Neuburger Hochzeitsfeier 1574, die bislang weder editorisch noch gattungsanalytisch erschlossen wurden. Die zugrunde gelegten Quellen werden in einer Edition einem breiteren Lesepublikum zugänglich gemacht und inhaltlich kommentiert. Weiterhin wird auf der Quellengrundlage eine Gattungsbeschreibung für die frühen handschriftlichen Festbeschreibungen in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts geleistet. Es zeigt sich, dass für diese, für ein binnenhöfisches Publikum bestimmten Festbeschreibungen kein striktes Kontingenztabu besteht, so wie es für Drucke definiert ist. Anhand der Textzeugen zur Neuburger Hochzeit kann gezeigt werden, dass es einer Neubewertung der Gattung bedarf.

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3 Edition der narrativen Quellen zur Neuburger Hochzeit

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In der vorliegenden Arbeit werden die narrativen Quellen zur Neuburger Hochzeit in einer überlieferungsorientierten Textedition zusammengestellt und zugänglich gemacht.196 Auf Grundlage des Leithandschriftenprinzips und eines Variantenapparats wird eine überlieferungskritische Edition erstellt (Kapitel 3.2, Band 2).197 Dabei sollen die Einzeltexte in ein „Textgewebe“198 eingebettet werden, das die differierenden Perspektiven sowie den weiten Beziehungsrahmen miteinbezieht. Mittels Textvergleich wird sich zeigen, wie sich die Texte gegenseitig ergänzen und erhellen.199 In der folgenden Ausführung wird die Wahl der Leithandschriften begründet (Kapitel 3.1.1) und werden die editorischen Eingriffe in die Texte dargelegt (Kapitel 3.1.2).

Durch das vorliegende Quellenkorpus ergibt sich in der Edition eine weitere Besonderheit, da nicht ausschließlich die handschriftlichen Beschreibungen ediert werden, sondern auch die Druckfassung einbezogen wird. Die medialen Unterschiede sind wesentlich: Die Handschrift „hat gegenüber dem gedruckten Buch einen einzigartigen Stellenwert, weil sie je einen individuellen Textverbund enthält.“200

Im Unterschied zum gedruckten Buch tradiert die Handschrift nicht nur Texte, sondern sie liefert gleich noch die meisten ihrer literaturkundlichen Merkmale mit: in Leserspuren und Lesernotationen, in Besitzvermerken wie in den handschrifteigenen Materialien und Einrichtungen.201

Eine Edition kann jedoch kein getreuer Handschriftenabdruck sein und wird auch nicht alle Eigenarten und Besonderheiten der Quellen abbilden können.202 Für die Edition frühneuzeitlicher Druckschriften gilt dies gleichermaßen.203 Je nach den zugrundeliegenden Prinzipien präsentiert der edierte Text eine handschriftennahe oder eine mehr oder weniger stark normalisierte Fassung. Ein diplomatischer Abdruck leistet in der Regel nur einem kleinen...

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