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Kleine Texte

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Edited By Steffen Pappert and Kersten Sven Roth

Kleine Texte sind meist multimodale Erscheinungsformen, die in vielerlei Hinsicht unsere Alltagserwartungen an das, was Texte sind und sein können, in Frage stellen. In unserem kommunikativen Alltag sind wir umzingelt von zahllosen Kommunikaten, denen wir uns kaum entziehen können. Trotz dieser Allgegenwart sind linguistische Untersuchungen zum Thema «Kleine Texte» immer noch rar gesät. Diese Kluft zwischen alltäglicher Relevanz und textlinguistischem (Des-)Interesse soll der vorliegende Band verringern. Die im Band versammelten Beiträge zeigen zum einen verschiedene Zugriffsmöglichkeiten auf den Gegenstand Kleine Texte und seine begriffliche Eingrenzung. Das Spektrum der Beiträge reicht dabei zum anderen von theoretisch-begrifflichen über empirische bis hin zu dezidiert angewandten Arbeiten.

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Eine kurze Geschichte kleiner Texte

Hajo Diekmannshenke

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Abstract: The following article gives a short glance at the history of smaller texts in German. The hypothesis is pursued that the changes in communicational technology create new forms of communications and text types that contain have smaller texts. Their size grows under certain circumstances until new changes eventuate. This will be depicted in particular with the example of postcards and few more recent developments. It also becomes clear that in many cases patternization shapes the use of language.

Keywords: history of text typescommunication technologyleafletpostcardtelegrameveryday textssocial networks.

Am Beginn deutschsprachiger1, d.h. althochdeutscher Texte, stehen, folgt man der Bestimmung von Ulrich Schmitz (Schmitz in diesem Band), sehr kleine Texte: sogenannte Glossen.

Unter den ahd. Glossen versteht man im Text oder an den Blatträndern über- oder beigeschriebene Übersetzungen lateinischer Wörter ins Ahd., oft zu ganzen Glossaren ausgestaltet. Etwa 1230 Handschriften bewahren ahd. Glossen seit dem 8. Jh., ja ahd. Glossare werden in dieser Sprachform bis ins Spätmittelalter ab- oder umgeschrieben. (Sonderegger 2003: 67)

Die hier vertretene Auffassung, solche Glossen bereits als sehr kleine Texte zu verstehen2, wird allerdings nicht generell geteilt. Maas z.B. argumentiert dagegen: „In solchen Fällen ergeben die deutschen Formen der Glossierung im Gegensatz zu den lateinischen keinen Text – sie haben keine ←41 | 42→Syntax, sondern glossieren nur die isolierte Wortform.“ (Maas 2014: 409) Dem soll hier widersprochen werden. Auch diese Glossen erfüllen erkennbar eine sprachlich-kommunikative Funktion hinsichtlich einer möglichen Übersetzung ins Althochdeutsche und werden somit...

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