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Semantische und pragmatische Aspekte der Grammatik

DaF-Übungsgrammatiken im Fokus

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Edited By Claudio Di Meola and Daniela Puato

Ist Grammatik im modernen DaF-Unterricht wirklich überflüssig oder bestenfalls ein notwendiges Übel? Die AutorInnen der 16 Beiträge dieses Bandes glauben nach wie vor an die didaktische Zentralität der Grammatik, allerdings nicht als rein formbezogenes System, sondern als semantisch-pragmatisches Mittel zur inhaltlichen Differenzierung und Verfolgung bestimmter kommunikativer Ziele.

Nach einem einleitenden Beitrag enthält der Band 15 Fallstudien, die sich mit für DaF-Lernende relevanten Sprachphänomenen befassen. Jede Studie nimmt 24 gängige Übungsgrammatiken (Anfänger und Fortgeschrittene) jeweils kritisch unter die Lupe in Bezug auf semanto-pragmatische Aspekte. Es werden die wissenschaftlich-didaktische Adäquatheit der Regeln und Erklärungen bewertet sowie originelle didaktische Vorschläge erarbeitet.

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Unpersönlichkeit: Antonie Hornung (Modena/Reggio Emilia)

Antonie Hornung (Modena/Reggio Emilia)

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In memoriam Horst Sitta

(5. Mai 1936 – 25. Mai 2020)

Abstract: Impersonal constructions represent a linguistic phenomenon with numerous facets that cannot be adequately grasped by the categories of Greek-Latin grammar writing. Accordingly, exercise grammars available for students work with varying classification schemes. This is also the reason why references to impersonal constructions and associated exercises are located in different contexts.

Based on functional pragmatic research results, this study develops focal points for dealing with students’ problems in an immersive foreign language teaching that is focussing on grammatical issues when needed.

Aus evolutionslinguistischer Sicht ist sprachliche Unpersönlichkeit etwas „Sekundäres“, sprachliches Handeln also, das sich erst nach der direkten, den, die oder das Agens der Äußerung explizit benennenden Kommunikation von S und H1 ausbildet. Am Anfang der phylogenetischen Sprachentwicklung steht mit großer Wahrscheinlichkeit die deiktische Kommunikation (Tomasello 2014: 81) eines Ich mit einem Du zum Zwecke der Kooperation, wofür beide sich der ihnen evolutions- und situationsbedingt zur Verfügung stehenden mimischen, gestischen und lautlichen Mittel bedienen, um Informationen auszutauschen oder zum Handeln aufzufordern (Tomasello 2014: 18f.; 79ff.). Tomasellos Arbeiten über die kindliche Sprachentwicklung belegen eine ähnliche erste Entwicklungsstufe auch für die sprachliche Ontogenese (Tomasello 2011).

Zwei Subjekte treten in einer Situation der Kopräsenz in Austausch miteinander: Wer etwas tut, fühlt oder denkt, weiß oder vermutet und zum Ausdruck bringt, ist eindeutig; an wen sich die Äußerung richtet, ebenfalls. Wenn diese Eindeutigkeit fehlt...

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