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Peer-Gespräche in der Schule

Beobachtungen zum mündlichen Sprachgebrauch im Spannungsfeld zwischen Institution und Identitätsentwicklung im Jugendalter

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Benjamin Könning

Peer-Gesprächen in der Schule wird von Erwachsenen gemeinhin wenig Beachtung geschenkt. Was aus Perspektive mancher Erwachsener wie belangloser Small-Talk unter Jugendlichen erscheint, erweist sich aus Sicht der Gesprächsforschung als hoch funktional im Schulalltag. Der Band präsentiert analytische Einblicke in Gesprächsaufnahmen von Schülerinnen und Schülern im Schulalltag verschiedener Schulformen und Altersstufen. Das Buch liefert neue Erkenntnisse über das Gesprächsverhalten, Positionierungsaktivitäten, Themenfelder sowie jugend- und institutionstypische Ausdrucksweisen der untersuchten Gespräche.

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Einführung

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Sprachgebrauch in der Schule wird gemeinhin mit mündlichen oder schriftlichen Leistungen von Schülerinnen und Schülern im Unterricht in Verbindung gebracht. Dies ist naheliegend, denn sprachlichen und kommunikativen Kompetenzen kommt nicht nur im Deutschunterricht eine wichtige Bedeutung zu. Angesichts dessen wird den außerunterrichtlichen Gesprächen unter Schülerinnen und Schülern von Erwachsenen gemeinhin weniger Beachtung geschenkt. Gespräche unter Peers1 im Schulkontext können in Schulpausen, vor Unterrichtsbeginn am Vormittag und nach Unterrichtsschluss am Nachmittag sowie zwischen zwei Unterrichtsstunden stattfinden. Doch auch während der Unterrichtszeiten interagieren Schüler in ihrer Rolle als Peers miteinander, während das von der Lehrkraft etablierte Unterrichtsgeschehen nicht immer die ungeteilte Aufmerksamkeit genießt. Was aus Perspektive mancher Erwachsener wie belangloser Small-Talk unter Jugendlichen erscheint, erweist sich aus Sicht der Gesprächsforschung als hoch funktional im Schulalltag.

Mit einem gesprächslinguistischen und ethnomethodologischen Ansatz rekonstruiert diese Arbeit die Perspektive von Schülerinnen und Schülern während eines Erhebungszeitraums von 2013–2016 an Schulen in Nordrhein-Westfalen. In Gruppengesprächen von über 200 Probanden spiegeln sich freizeitliche, schulische und mediale Lebenswelten. Ethnografisches Hintergrundwissen fließt in Form von flankierend erhobenen Fragebögen mit in die Analysen ein. Hierbei greifen Schülerinnen und Schüler auf eine Vielfalt an Ausdrucksformen zurück, die ganz eigene Zwecke im Gespräch erfüllen, jedoch nicht immer mit Normen der Standardsprache und des Schriftdeutschen im Einklang stehen. Jenseits von Sprachkritik und Sprachpflege versteht sich diese Arbeit als Beitrag zur Erforschung von Alltagsgesprächen...

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