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Konstruktion von Professionalität in der EU-Politikvermittlung

Eine qualitative Studie zu EU-Professionals in Deutschland

Lucia-Melanie Leopold

Um EU-Politik innerhalb Deutschlands zu vermitteln, haben sich EU-Professionals in Think Tanks, Stiftungen, Vereinen und Agenturen herausgebildet. Wie sie professionelle Zuständigkeit und Deutungsmacht im politischen Kontext deklarieren und legitimieren, ist Gegenstand der vorliegenden Studie. Die Konstruktion von Professionalität wird mittels Dokumentenanalysen, Experteninterviews sowie berufsbiographischen problemzentrierten Interviews untersucht. Im Gegensatz zu klassischen Professionen wird eine „professionelle“ Tätigkeit, Expertise, Vernetzung und berufliche Haltung stärker durch informelle und individuelle Ressourcen begründet. Die Studie liefert detaillierte empirische Einblicke in einen neu entstehenden und umstrittenen Tätigkeitsbereich.

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3 Forschungsdesign

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In diesem Kapitel werde ich mein methodisches Vorgehen erläutern. Hierzu werde ich zunächst meine explorative Forschungsstrategie skizzieren und die Auswahl meines Untersuchungsgegenstandes begründen (3.1). Abschließend stelle ich meine Erhebungsmethoden vor (3.2) und erläutere meine Auswertungsschritte (3.3).

3.1 Explorativer Forschungsansatz und Fallauswahl

Um zu analysieren, wie EU-Professionals im Bereich der Vermittlung von EU-Politik innerhalb Deutschlands Professionalität konstruieren, erhebe ich qualitative Daten mittels Interviews und Dokumentenanalysen in Anlehnung an die Grounded Theory (Glaser und Strauss, 2005). Die erhobenen Daten analysiere und interpretiere ich vor dem Hintergrund der im 2. Kapitel aufgeführten theoretischen Konzepte und Debatten, mit dem Ziel einer gegenstandsbezogenen Theoriebildung auf Basis eines Kategoriensystems. Wie dies methodisch umgesetzt wird, werde ich im Folgenden beschreiben.

In der Sozialforschung stehen qualitative und quantitative Methoden zur Verfügung, wobei quantitative Studien Generalisierungen und kausale Zusammenhänge durch eine große Fallzahl anstreben und qualitative Studien eher auf das Verstehen von Prozessen und Fällen durch Einzelfallstudien angelegt sind. Während quantitative Erklärungsstrategien meist vorher festgelegte Hypothesen prüfen, wollen qualitative Erklärungsstrategien eher Hypothesen und Theorien generieren. In quantitativen Designs erfolgt die Kategorien- und Theoriebildung meist deduktiv, d.h. vor der Erhebung, wohingegen qualitative Designs diese induktiv, d.h. nach der Erhebung, anhand der erhobenen Daten entwickeln. In qualitativen Forschungsansätzen werden subjektive und kollektive Deutungsmuster, Regeln und Strukturen mit dem Ziel rekonstruiert, „Relevanzsetzungen, Weltendeutung und die Sichtweisen der Akteure im Feld“ herauszuarbeiten (Kelle und Kluge, 2010, S. 66).

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