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Konstruktion von Professionalität in der EU-Politikvermittlung

Eine qualitative Studie zu EU-Professionals in Deutschland

Lucia-Melanie Leopold

Um EU-Politik innerhalb Deutschlands zu vermitteln, haben sich EU-Professionals in Think Tanks, Stiftungen, Vereinen und Agenturen herausgebildet. Wie sie professionelle Zuständigkeit und Deutungsmacht im politischen Kontext deklarieren und legitimieren, ist Gegenstand der vorliegenden Studie. Die Konstruktion von Professionalität wird mittels Dokumentenanalysen, Experteninterviews sowie berufsbiographischen problemzentrierten Interviews untersucht. Im Gegensatz zu klassischen Professionen wird eine „professionelle“ Tätigkeit, Expertise, Vernetzung und berufliche Haltung stärker durch informelle und individuelle Ressourcen begründet. Die Studie liefert detaillierte empirische Einblicke in einen neu entstehenden und umstrittenen Tätigkeitsbereich.

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4 Empirische Ergebnisse

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In den folgenden Kapiteln werde ich die Ergebnisse meiner empirischen Analysen vorstellen. Aufgrund veränderter Kontextbedingungen (Wissensgesellschaft, Transnationalisierung, etc.) ist unklar, wie die untersuchten EU-Professionals sich im Kontext der Vermittlung von EU-Politik innerhalb Deutschlands als Akteur konstituieren und ihr Handeln legitimieren. Um zu verstehen, wie sie Zuständigkeit in dem Tätigkeitsbereich und Deutungsmacht in politischen Kontexten deklarieren, gehe ich in dieser Arbeit der Forschungsfrage nach: „Wie und mittels welcher Ressourcen konstruieren EU-Professionals in Deutschland Professionalität?“ Zur Beantwortung dieser Frage nutze ich eine professionssoziologische Heuristik, die mir ermöglicht herauszuarbeiten, was anders ist, bei der Konstruktion von Professionalität und auf welche Ressourcen zurückgegriffen wird.

Wie in den folgenden Unterkapiteln verdeutlicht wird, verfügen die untersuchten EU-Professionals nicht über klassische Attribute von Professionen. Sie haben kein exklusives und formal abgesichertes Handlungsmonopol, das Professionswissen ist nicht disziplinär gebunden und liegt nicht in kodifizierter Form vor, es gibt keine Berufsverbände, welche berufseigene Belange regeln und keine Berufsethik im Sinne eines professionellen Ethos, welcher der Tätigkeit einen höheren Sinn verleiht. Daher stellt sich die Frage, wie und mittels welcher Ressourcen dennoch Professionalität konstruiert und begründet wird und was dabei anders und neu ist, im Vergleich zu klassischen Professionen?

In diesem Kapitel beantworte ich meine forschungsleitenden Fragen anhand der empirischen Ergebnisse zur tätigkeitsspezifischen beruflichen Praxis, Ausbildungs- und Berufsverläufen und dem professionellen Selbstbild im Tätigkeitsbereich der Vermittlung von EU-Politik. Diese empirischen Eindrücke stellen die Grundlage zur Beantwortung...

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