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Von «schöner Vielfalt» zu prekärer Heterogenität

Bildungsprozesse in pluraler Gesellschaft

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Edited By Bettina Brandstetter, Franz Gmainer-Pranzl and Ulrike Greiner

Dieser Sammelband mit Beiträgen der interdisziplinären Tagung «Von ‹schöner Vielfalt› zu prekärer Heterogenität» (Universität Salzburg, 2017) fragt danach, wie Bildungsprozesse in einer pluralen Gesellschaft möglich sind. Die entscheidende Herausforderung ist nicht eine «schöne Vielfalt», sondern eine prekäre Heterogenität, die den Zusammenhalt und die Verständigung in der gegenwärtigen Gesellschaft in Frage stellt. Ein zentrales Ergebnis dieser interdisziplinären Auseinandersetzung besteht in der Erkenntnis, Heterogenität als Chance zu sehen und Bildungsprozesse im Kontext (inter-)kultureller und sozialer Spannungen zu ermöglichen. Bildung heißt, sich verschiedenen, ja widersprüchlichen Erfahrungen und Lebenskontexten zu stellen und von daher eine neue Qualität von Wissen, Kritikfähigkeit und Lernkompetenz zu entwickeln.

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(Re-)Produktion von Prekarität durch exkludierende und diskriminierende Differenzsetzungen in und außerhalb von Klassenzimmern – ungenützte Wege zur Produktion von Bildungsgerechtigkeit (Renate Hofer-Truttenberger/Thomas Schlager-Weidinger)

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Renate Hofer-Truttenberger/Thomas Schlager-Weidinger

Abstract: Retrospective normality constructions that take as their starting point a homogeneous monolithic – rather than a post-migrant plural – social status quo, induce the (re)production of experiences of precarity at school; these manifest themselves in various ways including insecurity and discriminatory treatment. They are fostered by restrictive juristic-political, specialist linguistic and pedagogic presuppositions which together determine the way a school acts and thinks in practice. Especially in its handling of multilingualism, the Austrian education system, with its monolingual orientation, is particularly susceptible to a discriminatory and excluding imposition of difference. Both the use of free spaces – at all three levels of the presuppositions relevant to schools – and the (self-)critical reflecting of ideas of normality on the part of the teaching staff constitute counter-measures. The questions arising from migration pedagogy bear out and support this endeavour.

Keywords: precarity, normality construction, migration pedagogy, discrimination, exclusion

Retrospektive Normalitätskonstruktionen, die von einem homogen-monolithischen – statt von einem postmigrantisch-pluralen – gesellschaftlichen Status quo ausgehen, bedingen die (Re-)Produktion von Prekaritätserfahrungen in der Schule, die sich u. a. in Verunsicherung und Schlechterstellung manifestieren. Diese werden durch restriktiv interpretierte juristisch-politische, fachwissenschaftlich-linguistische und pädagogische Setzungen, die das konkrete schulische Handeln und Denken mitbestimmen, begünstigt. Vor allem im Umgang mit Multilingualität ist das monolingual ausgerichtete österreichische Schulsystem besonders anfällig für diskriminierende und exkludierende Differenzsetzungen. Sowohl das Wahrnehmen von Freiräumen – auf allen drei Ebenen der schulrelevanten Setzungen – als auch das (selbst)kritische Reflektieren der...

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