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Kleine Schriften Antike – Spätantike – Neuzeit – Fachdidaktik

Analysen griechischer und römischer Texte, Aspekte ihrer Rezeption und Transformation, Übersetzungen lateinischer Texte und Gedanken zur didaktischen Umsetzung

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Dietmar Schmitz

Die vorliegende Sammlung Kleiner Schriften (die auch zahlreiche bisher unveröffentlichte Beiträge enthält) vermittelt für den Sprach- und Ethikunterricht – und darüber hinaus für alle an europäischer Kultur Interessierten – vielseitige Anregungen. Die Einteilung der Veröffentlichungen erfolgt dabei in die Klassische Antike, Spätantike und Mittelalter, Neulateinische Literatur sowie Fachdidaktik.

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I.1. Zeugen im Verres-Prozeß nach Ciceros Darstellung, in: Gymnasium 96, 1989, 521–531

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Beinahe alle sizilischen Gemeinden1 baten ihren früheren Quaestor M. Tullius Cicero, der 75 v. Chr. in dieser Funktion in Lilybaeum tätig war, die Repetundenklage gegen den Proprätor C. Verres zu führen. Einerseits vermochte Cicero dieses Ersuchen wegen der Treueverpflichtungen den Siziliern gegenüber nicht abzulehnen2, andererseits sah er die Möglichkeit, für sich politisch daraus Kapital zu schlagen3. Schließlich bewarb er sich 70 v. Chr. um die Ädilität, sodass ihm ein sicherlich Aufsehen erregender Prozess gegen den damals berühmtesten Redner des Forums, Q. Hortensius Hortalus, sehr gelegen erscheinen musste.

Um seine Anklage erfolgreich durchsetzen zu können, versuchte er sich in der Frist von 110 Tagen (II 1, 30), die ihm eingeräumt worden war, das nötige Beweismaterial zu beschaffen. Die Strategie seiner Anklage beruhte im Wesentlichen auf Hinzuziehung von Zeugen und Urkunden, Rechnungsbüchern, privaten und öffentlichen Schriftstücken, I 33: nunc hominem tabulis, testibus, privatis publicisque litteris auctoritatibusque accusemus.

Die Gegenseite, hauptsächlich Hortensius, sah vor, den Prozess möglichst lange hinauszuzögern. Den Verteidigern war es bereits gelungen, den für Anfang Mai 70 vorgesehenen Prozessbeginn auf den 5. August zu verschieben (M. Gelzer [vgl. Anm. 1] 39.41). Aufgrund der innenpolitischen Lage, insbesondere der Besetzung der Konsulämter und der Prätur, wäre es für C. Verres günstiger gewesen, wenn sich der Prozess bis in das Jahr 69 hingezogen hätte. Für dieses Amtsjahr war der Verteidiger des C. Verres,...

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