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Kleine Schriften Antike – Spätantike – Neuzeit – Fachdidaktik

Analysen griechischer und römischer Texte, Aspekte ihrer Rezeption und Transformation, Übersetzungen lateinischer Texte und Gedanken zur didaktischen Umsetzung

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Dietmar Schmitz

Die vorliegende Sammlung Kleiner Schriften (die auch zahlreiche bisher unveröffentlichte Beiträge enthält) vermittelt für den Sprach- und Ethikunterricht – und darüber hinaus für alle an europäischer Kultur Interessierten – vielseitige Anregungen. Die Einteilung der Veröffentlichungen erfolgt dabei in die Klassische Antike, Spätantike und Mittelalter, Neulateinische Literatur sowie Fachdidaktik.

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II.1. Schimpfwörter in Athanasius’ Reden gegen die Arianer, in: M. Wissemann (Hrsg.), Roma Renascens: Beiträge zur Spätantike und Rezeptionsgeschichte; Ilona Opelt von ihren Freunden und Schülern zum 9.7.1988 in Verehrung gewidmet. Frankfurt/M./Bern/New York/Paris 1988, 308–320

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Während die Schimpfwörter der lateinischen Sprache weitgehend untersucht sind1, lässt sich diese Feststellung für den Bereich des Griechischen nicht treffen2. Insbesondere die umfangreiche Literatur der christlichen griechischen Schriftsteller ist bisher in Bezug auf ihre Polemik nur unzureichend analysiert worden. So sollen im vorliegenden Aufsatz nach den bewährten Kriterien von Ilona Opelt3 die Schimpfwörter des Athanasius in den Reden gegen die Arianer zusammenfassend dargestellt werden.

Athanasius gilt als eine der herausragenden Persönlichkeiten des vierten Jahrhunderts n. Chr.4. Sein bewegtes Leben ist durch den ständigen Kampf gegen ←277 | 278→den Arianismus5 gekennzeichnet. Nicht zuletzt seine unerbittliche Haltung gegen diese Irrlehre, aber auch gegen den Anspruch des Kaisers auf Vormundschaft über die Kirche brachte ihm mehrmals die Verbannung ein6.

Bei seiner kirchenpolitischen Betätigung bediente sich Athanasius aller ihm zur Verfügung stehenden Mittel der Diffamierung. Als Grundlage für die Entscheidung, welche Art von Schimpfwörter Athanasius bei seinem Kampf gegen Arius und die Arianer verwendete, möge zunächst die von Opelt formulierte Definition des Schimpfwortes dienen7: „Das Schimpfwort ist die nominale prädikativische Feindanrede oder Feindbezeichnung normbezogen negativen Inhalts, die in beleidigender Absicht geschieht und in der sich zugleich die Erregung des Schimpfenden löst“.

Die vorgelegte Definition lässt sich besonders gut auf die verschiedenen Kategorien von Schimpfwörtern im Werke des Athanasius anwenden, da der alexandrinische Bischof den Presbyter Arius tatsächlich als Feind betrachtete. Die Intention des Athanasius, diese Feindanrede beziehungsweise Feindbezeichnung in...

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