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Über die Anfänge des Denkens − Kognition und Siedlung

Soziologie der Steinzeit – von der Höhlenmalerei zum Göbekli Tepe

Lars Hennings

Diese Studie sammelt Thesen für eine interdisziplinäre Forschung der Soziologie als Leitwissenschaft zur Erkundung der Steinzeit. Nach Ankunft des Homo sapiens von Afrika nach Westeuropa beginnt nach dessen biologischer Stabilisierung seine weitere Formung als sozialer, sich selbst verändernder Prozess. Die Artefakte zeigen zu Beginn einen sehr schlichten Typus, der sich eben erst von Homo erectus und neanderthalensis entfernt. Die humanen Veränderungen folgen nicht mehr der Darwinschen Zuchtwahl. Bald entstehen, bei wildbeuterischer Lebensweise, feste Siedlungen, die die Sozialität ausweiten, eine Sprech-Sprache fördern und mit den Anfängen des Denkens eine frühe traditionale Logik ausbilden, die über Sumer, Griechenland ins europäische Denken führt.

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Alles voller Geister

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Es gibt – soweit ich sehe – nicht einen Bericht über eine soziale Gemeinschaft ohne Sprech-Sprache. So schlicht rezente Urvölker auch organisiert gewesen sein mochten, als Wildbeuter¡nnen oder kleine Garten- und Landbauer¡nnen, alle sprachen. Oft wurden sogar sehr komplizierte Sprachformen gefunden, die offenbar noch nicht so weit konzentriert waren wie andere. Mit diesem Hinweis soll die enorme Entwicklungsdifferenz zum frühen Jung-Paläolithikum angedeutet werden, die schon gegenüber etwas älteren Gruppen mit nur Zeichensprachen bestehen muss. Ebenso wenig sind Berichte über solche schlichten Gemeinschaften bekannt, die sich nicht zwischen Geistwesen zu leben wähnten, in welcher Form auch immer, die von anonymen Kräften bis zu einfachen Gött¡nnen reichen können (da spielen auch Übersetzungen von patriarchal und eurozentrisch denkenden Leuten eine Rolle).

Dafür wurde bereits im 19. Jahrhundert in der Wissenschaft der Begriff Animismus geprägt, etwa bei Edward Tylor, dessen überholtem, christlich geprägtem Ansatz hier jedoch nicht gefolgt wird. Mein Bemühen, die frühe Zeit des Jung-Paläolithikums begrifflich durch die Vorsilbe prä-abzugrenzen, solange nicht neue, präzise Kennzeichnungen gefunden werden, lässt mich entsprechend für die ersten Jahrtausende einen Prä-Animismus annehmen, bei dem die Geistwesen nur gefühlt wurden, ohne sie schon mit Namen oder dann gar in einer definierten Religion kennzeichnen zu können. Es geht mir nur um eine mögliche Differenz, um die Betonung des historischen Prozesses. Mit dem Prä-Animismus soll eine aus der Entwicklung des menschlichen Geistes her plausible Form...

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