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Selbst- und Fremdbilder von Arbeitslosigkeit

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Mareike Baumann

Tagtäglich müssen Millionen von Menschen mit den Folgen des Verlustes ihrer Arbeit umgehen. Dabei können zum einen die mit einer Arbeit verbundenen psychischen, sozialen und ökonomischen Funktionen verloren gehen. Daneben sind die Betroffenen oftmals gesellschaftlichen Vorurteilen und stereotypen Annahmen ausgesetzt. Zentraler Gegenstand der Untersuchung sind daher zwei Perspektiven sowie deren mögliche Divergenz oder Affinität: Auf der einen Seite stehen die Fremdbilder derjenigen Personen, die nicht von Arbeitslosigkeit betroffen sind, aber bewusst oder unbewusst zu Vermutungen und Überzeugungen gelangen, wie es Arbeitslosen geht oder warum sie arbeitslos geworden sind. Auf der anderen Seite stehen die Selbstbilder der arbeitslosen Menschen. Sie bringen zum Ausdruck, warum Arbeitslose ihre Arbeit verloren haben, wie sie diesen Verlust erleben, welche Erfahrungen sie mit ihrer sozialen Umwelt machen und was sie tun, um wieder eine Arbeitsstelle zu finden. Die Autorin geht der Frage nach, ob und wie die beiden Wahrnehmungsmuster aufeinander bezogen sind und wo möglicherweise Stereotype und Vorurteile vorliegen.

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7 Methodisches Vorgehen 153

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153 7 Methodisches Vorgehen „Man betrachtet die Teile nur, um über das Ganze zu urteilen, man untersucht alle Ursachen, um alle Wirkungen zu erkennen.“ Charles de Secondat (*1689 †1755), französischer Staatstheoretiker und Schriftsteller [22] Wie in der Einleitung dargelegt, erfolgt die Analyse von Selbst- und Fremdbildern von Arbeitslosigkeit durch eine eigene empirische Untersuchung. Dieses Kapitel widmet sich zunächst der Wahl der Forschungsmethode. Die Realisierung des Forschungspro- jektes, die Konzeption sowie der Aufbau und Ablauf der beiden schriftlichen Befra- gungen sind Thema des Unterkapitels 7.2. Anschließend werden statistische Verfahren vorgestellt, wie sie in der empirischen Studie eingesetzt wurden. 7.1 Wahl der Forschungsmethode Die vorliegende Untersuchung stellt eine Querschnittserhebung dar, da sie zu einem bestimmten (einmaligen) Zeitpunkt durchgeführt wurde (Diekmann 2006, S. 267). Sie kann außerdem als Primäranalyse bezeichnet werden, denn die Daten wurden mittels verschiedener Befragungsmethoden selbst erhoben (Bortz & Döring 2006, S. 371). Als Datenerhebungsmethoden wurden Fokusgruppen (für die Erstellung des Fremdbilder- Fragebogen) sowie schriftliche und internetgestützte Befragungen (beim Einsatz der Fragebogen) gewählt. Fokusgruppen erlauben durch die Interaktion der Teilnehmer tiefgehende Einbli- cke in Wahrnehmungen, Gefühle und Standpunkte zum Forschungsgegenstand Ar- beitslosigkeit (Lamnek 1993, S. 131). Für diese empirische Untersuchung wurden die Aussagen, die die Teilnehmer in den Fokusgruppen äußerten, für die Formulierung des zweiten Fragebogen (Fremdbilder von Arbeitslosigkeit) herangezogen und zu Items „verdichtet“ (siehe ausführlich Kapitel 7.2.1). Der qualitative Zugang wird damit be- gründet, dass sich freie Assoziationen in Fokusgruppen als Methode zur Erfassung...

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