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Die selbständige Stiftung und der Testamentsvollstrecker

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Jonas Arnhold

Während die Stiftung der Theorie nach ewig existent sein kann, gilt dies für den Stifter nicht. Er kann aber einen Testamentsvollstrecker einsetzen, um die Verwirklichung des Stifterwillens durch «seine» Stiftung postmortal zu beeinflussen. Die Arbeit beschäftigt sich mit der Frage, welche Aufgaben der Stifter einem Testamentsvollstrecker insoweit übertragen kann. Dies betrifft naturgemäß vor allem die Stiftung von Todes wegen, kann aber auch bei der zu Lebzeiten errichteten Stiftung Bedeutung erlangen, insbesondere wenn der Stifter vor der Anerkennung stirbt. Untersucht werden sowohl die Frage, inwieweit der Testamentsvollstrecker – etwa durch die Ergänzung des Stiftungsgeschäfts – zur Entstehung der Stiftung beitragen kann, als auch die Rolle des Testamentsvollstreckers im Leben der bereits anerkannten Stiftung.

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E. Tätigkeit nach Anerkennung der Stiftung 141

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141 E. Tätigkeit nach Anerkennung der Stiftung Hat der Testamentsvollstrecker alle ihm übertragenen Aufgaben erfüllt, endet die Testamentsvollstreckung automatisch.591 Wenn die Stiftung durch die Aner- kennung entstanden ist, verbleiben dem Testamentsvollstrecker regelmäßig nur noch die Aufgaben, die Stiftung – bei einem Vermächtnis oder einer Auflage – zu ihren Gunsten mit dem ihr zugedachten Vermögen auszustatten oder – bei der Berufung von Miterben – den Nachlass auseinanderzusetzen. Der Erblasser kann aber weitere Anordnungen treffen, die noch nach der Anerkennung auszuführen sind. So kann er die Erbeinsetzung oder das Vermächtnis der Stiftung mit einer Auflage verbinden.592 Der Testamentsvollstrecker ist dann nach § 2203 BGB verpflichtet, die Auflage selbst zu erfüllen oder für deren Vollziehung durch die Stiftung zu sorgen.593 I. Möglicher Tätigkeitsbereich des Testamentsvollstreckers Einen dauerhaften Einsatz des Testamentsvollstreckers sieht das BGB ausdrück- lich in § 2209 vor. Nach dieser Vorschrift kann der Erblasser dem Testaments- vollstrecker die Aufgabe übertragen, den Nachlass zu verwalten, ohne dass der Testamentsvollstrecker daneben noch andere, besondere Verfügungen des Erb- lassers im Rahmen der Nachlassabwicklung auszuführen hat. Unter „Verwal- tung“ im Sinne der §§ 2205, 2209 BGB versteht man alle Maßnahmen zur Er- haltung, Sicherung, Nutzung und Vermehrung des verwalteten Vermögens.594 Als beispielhafte Tätigkeiten werden genannt u.a. das Eingehen von Verbind- lichkeiten, der Erwerb von Sachen und Rechten, die Verfügung über Nachlass- gegenstände, das Führen von Rechtsstreitigkeiten, die Entgegennahme von Wil- lenserklärungen.595 Anders als die Verwaltung nach §§ 2205 f. BGB im Rahmen der...

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