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Systemisches E-Learning

Ein theoretisches Modell für die Gestaltung offener Wissenssysteme

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Peter Glanninger

E-Learning wird meist in pädagogischen Zusammenhängen beschrieben. Bei einer solchen Sichtweise werden aber viele Bereiche ausgeblendet, die für ein umfassendes Verständnis von E-Learning von Bedeutung sind. In dieser Arbeit wird eine neue kommunikationswissenschaftliche Perspektive erarbeitet, die sich an einer systemischen Interpretation orientiert. Auf Basis einer systemtheoretischen Analyse wird ein Modell entwickelt, in dem E-Learning nicht mehr als eine Lehr-Lernmethode, sondern als soziales System und als ein Wissenssystem beschrieben wird. Die Funktionen, Prozesse und Strukturen, die E-Learning zugrunde liegen, werden dabei auf einer allgemeinen Ebene beschrieben. Somit kann das Modell in der Praxis auf die unterschiedlichsten E-Learning-Aktivitäten angewendet werden.

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4 Systemtheoretische Grundlegungen 73

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4 Systemtheoretische Grundlegungen 4.1 Von der pädagogischen zur systemtheoretischen Perspektive Trotz der beschriebenen Schwächen bieten die bisherigen Erkenntnisse zu E-Learning eine brauchbare Grundlage für unsere weiteren Überle- gungen. Es ist also nicht notwendig, E-Learning neu zu erfinden (we- der theoretisch noch praktisch), sondern es sollte darum gehen, das Vorhandene neu zu bewerten, neu zu ordnen, nötigenfalls zu ergänzen und damit E-Learning neu zu beschreiben. Da dies mit den bisherigen theoretischen Ansätzen offensichtlich nicht möglich ist, wird es not- wendig sein, dafür auch ein neues theoretisches Modell zu entwickeln. Dieses Modell muss über die bisherigen mehr oder weniger mono- disziplinären Zugänge hinausgehen. Um den paradigmatischen, päda- gogischen Blick auf E-Learning aufzubrechen, würden sich unter- schiedliche Möglichkeiten anbieten. Die erste wäre die Suche nach ei- nem Zugang, der mehrere Disziplinen verbindet. Tatsächlich verhält es sich ja so, dass die pädagogische Theoriebildung zu E-Learning von anderen Disziplinen begleitet wird. Jene, die im unmittelbaren Nahe- bereich der Erziehungswissenschaften angesiedelt sind, wurden schon erwähnt, andere finden sich beispielsweise in der Informationstheorie, den Kommunikationswissenschaften oder der Informatik. Damit wür- de sich in einem nächsten Schritt ein interdisziplinärer Ansatz anbieten – wenn man ihn ausreichend von einem multidisziplinären abgrenzen kann, bei dem unterschiedliche Disziplinen parallel zum gleichen Thema arbeiten (vgl. Dürnberger 2004, 15). Aber auch ein interdiszi- plinärer Zugang erscheint nur auf den ersten Blick als sinnvolle Alter- native. Interdisziplinarität stellt sich, ganz...

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