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Von Hexen, Zauberern und magischen Gestalten

Hexenverfolgung in der Jugendliteratur der Gegenwart – ein Thema mit aktuellen Bezügen

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Heinke Kilian

Hexenromane gab es schon früher. Doch seit den 1970er Jahren treten sie vermehrt auch in der Kinder- und Jugendliteratur auf. Der Grund: Nicht mehr der jugendliche Held, die jugendliche Heldin stehen im Vordergrund des Geschehens, sondern Personen aus dem Volk, die wirklich gelebt haben und auf Grund der Glaubensvorstellungen der Menschen im 15. bis 18. Jahrhundert an den Pranger gestellt wurden. Wie kam es zu ihrer Verfolgung und was können wir heute noch daraus lernen? Welchen Anteil haben die «neue» Frauenbewegung und Harry Potter an der Wiederbelebung der Hexen im kulturellen Gedächtnis und welche Klischees sind dabei entstanden? Inwieweit bieten neuere historische Forschungen einen Ausweg aus dem Dilemma? Und schließlich: Worauf beruht der Wandel der Figur der Hexe, die sich in der neueren Kinder- und Jugendliteratur ganz anders als früher darstellt?

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Kapitel II. Hexenerzählungen aus den 1980er Jahren 55

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55 Kapitel II. Hexenerzählungen aus den 1980er Jahren 1. Die Macht der Zeichen Ulrike Haß: Teufelstanz (1982 / Neuausgabe: 2002) Zur Entstehung des Romans Bereits 1980 schrieb Ulrike Haß ein erstes Jugendbuch, das zur Zeit des Bau- ernkrieges (1524/25) spielte und heute zu den kritischen historischen Jugendro- manen203 zählt. Während Der plötzliche Reichtum der armen Leute von Kom- bach – Volker Schlöndorff drehte parallel dazu einen Film gleichen Namens – aber inzwischen nicht mehr aufgelegt wird, erfuhr Teufelstanz, ihr zwei Jahre später erschienenes Werk, 2002 eine Neuausgabe. Heute lehrt Haß, die Germa- nistik und Politik studierte, am Institut für Theaterwissenschaften an der Ruhr- Universität Bochum und ist Mitherausgeberin des Jahrbuchs Theater über Tage: Jahrbuch für das Theater im Ruhrgebiet. Zum Inhalt Marie, fast 13 Jahre alt, wächst bei ihrer Tante in Nördlingen auf, nachdem ihre verwitwete Mutter wegen ihres Verhältnisses zu einem verheirateten Mann vier Jahre zuvor der Stadt verwiesen wurde. Da sie die Deutsche Schule beendet hat – die weiterführende Lateinschule konnten damals nur Jungen besuchen204 – ist sie jetzt Schankmagd beim Sternwirt. Mit im Haus ihrer Tante lebt die alte Ursula Haider, mitverantwortlich für die fünf Kinder der Familie und daneben als Hebamme tätig. Nachdem die drei jüngeren Kinder plötzlich an Pocken er- kranken und kurz hintereinander sterben, gerät Ursula in den Verdacht, ihren Tod verschuldet zu haben, zumal sich beim letzten Kind überraschend ein Blut- fleck am Totenhemd abzeichnet. Letzteres ist f...

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