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Das Bild der Frau in den Liedertexten des Flamenco

Adela Rabien

«Carmen» ist für uns der Inbegriff der andalusischen Zigeunerin. Entspricht sie dem Frauenbild, das wir in den Liedertexten des Flamenco finden? In dieser Arbeit werden zuerst die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse gegen den «Mythos Flamenco» abgegrenzt. Es wird nach der Authentizität der Texte gefragt und erläutert, welche Probleme sich ergeben, bis ein Frauentext in eine Sammlung gelangt. Im zweiten Teil der Arbeit wird untersucht, welche Frauenbilder in den Liedertexten tradiert werden: die Geliebte, die Ehefrau, die Mutter, die Schwiegermutter und die Frau allgemein – mit einigen überraschenden Erkenntnissen.

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6.1.3 Die "Quellen" 68

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68 meiste ihrer Sammlung stammt aus der Zeit, als sie in zweiter Ehe mit dem Marqués de Arco Hermoso (1822-1835) verheiratet war, "durante la cual Cecilia tuvo la ocasión de contactar con la gente del pueblo187 en su finca de Dos Hermanas, y recopilar todo tipo de datos de interés que iba a usar con sumo provecho en sus obras."188 6.1.3 Die "Quellen" für Fernán Caballero waren Pächter, Bauern, Hausangestellte, mit großer Sicherheit Analphabeten, die tatsächlich aus der Tradition und ihrem Gedächtnis schöpften. Als Mangel macht sich bemerkbar, dass uns von Fernán Caballero keine genaueren Anhaltspunkte für ihre "Quellen" angegeben werden. Bei dem bis heute andauernden Streit über die Beteiligung der Zigeuner an der Entwicklung des Flamenco wäre es z.B. interessant gewesen zu erfahren, ob unter ihren Pächtern und Arbeitern aus den Obstplantagen auch Zigeuner waren. Das ist zwar anzunehmen, da viele Zigeuner als Wanderarbeiter auf den Obstplantagen arbeiteten189, doch gibt Fernán Caballero selber in dieser Hinsicht keinerlei Hinweise. Auch fehlen Anhaltspunkte, ob die Lieder aus verschiedenen Regionen kommen wie ggf. ihre Interpreten; und vor allem: auf welche Weise sie gesungen wurden. Man kann wohl annehmen, dass Fernán Caballero als Schriftstellerin, d.h. als ein Mensch, der mit der Sprache zu tun hat und weniger mit der Musik, dieser Aspekt unwichtig war. Uns hätte er aber Aufschluss gegeben darüber, ob und inwieweit sich die ländliche Volksmusik bereits auf die städtische...

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