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Das Bild der Frau in den Liedertexten des Flamenco

Adela Rabien

«Carmen» ist für uns der Inbegriff der andalusischen Zigeunerin. Entspricht sie dem Frauenbild, das wir in den Liedertexten des Flamenco finden? In dieser Arbeit werden zuerst die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse gegen den «Mythos Flamenco» abgegrenzt. Es wird nach der Authentizität der Texte gefragt und erläutert, welche Probleme sich ergeben, bis ein Frauentext in eine Sammlung gelangt. Im zweiten Teil der Arbeit wird untersucht, welche Frauenbilder in den Liedertexten tradiert werden: die Geliebte, die Ehefrau, die Mutter, die Schwiegermutter und die Frau allgemein – mit einigen überraschenden Erkenntnissen.

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1.8 Körperliche Schönheit 120

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120 In wenigen Worten werden hier ganz flamenco-typische Haltungen evoziert: Zum einen die spezielle Armhaltung, bei der die Ellbogen höher als die Handgelenke sind, was wirklich den Eindruck von "Adlerflügeln" vermittelt, und zum anderen die typische "stolze" Ŕ königliche! - Haltung des Oberkörpers, verbunden mit der Dynamik des Davon-Fliegens. 346 1.8 Körperliche Schönheit 1.8.1 Warum Vergleiche mit Blumen? Die einzelnen Liederstrophen sind zu kurz, um in einer von ihnen eine ausführliche Beschreibung der Geliebten zu geben; es kann immer nur ein bestimmter Aspekt herausgehoben werden. Besonders gerne wurden und werden Frauen dabei mit Blumen verglichen. Das tertium comparationis sind hierbei in erster Linie die Farben. Nun gäbe es für Farben auch durchaus andere denkbare Möglichkeiten. Die Frau könnte z.B. mit einem bunten Vogel verglichen werden oder mit einem bunten Schmetterling. Die wunderschönen vielfarbigen Bienenfresser, die in Andalusien im Herbst aus den Bergen an die wärmeren Küsten kommen, dürften auch den spanischen Dichtern wohlbekannt sein, aber nie werden diese oder andere Vögel für den Vergleich mit Frauen herangezogen.347 Ebenso verhält es sich mit den Schmetterlingen, die im Frühjahr in großer Menge und Vielfalt die blühende Sierra bevölkern. Diese sind zudem zart und empfindlich, wären also durchaus für einen Vergleich 346 Siehe hierzu: Rabien, A. 1993, Schule des Flamencotanzes, S. 27-32, S.42 Die Armut unserer (nur westlichen?) Sprachen an Bewegungsbezeichnungen macht sich hier bemerkbar: Bewegungen sind nur höchst...

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