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Das Bild der Frau in den Liedertexten des Flamenco

Adela Rabien

«Carmen» ist für uns der Inbegriff der andalusischen Zigeunerin. Entspricht sie dem Frauenbild, das wir in den Liedertexten des Flamenco finden? In dieser Arbeit werden zuerst die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse gegen den «Mythos Flamenco» abgegrenzt. Es wird nach der Authentizität der Texte gefragt und erläutert, welche Probleme sich ergeben, bis ein Frauentext in eine Sammlung gelangt. Im zweiten Teil der Arbeit wird untersucht, welche Frauenbilder in den Liedertexten tradiert werden: die Geliebte, die Ehefrau, die Mutter, die Schwiegermutter und die Frau allgemein – mit einigen überraschenden Erkenntnissen.

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1.14 Nicht-visuelle Vorzüge der Geliebten 149

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149 Señor alcarde mayor, no prenda usté a los ladrones, porque tiene usté una hija que roba los corasones. Vogelgsang 30 Dieser Topos war schon im 17. Jahrhundert in der westlichen Welt so abgedroschen, dass Molière in seinen "Précieuses ridicules" (1659) Hohn und Spott darüber ausgießt: MASCARILLE. Oh! oh! je n´y prenais pas garde: Tandis que, sans songer à mal, je vous regarde, Votre œil en tapinois me dérobe mon cœur. Au voleur! au voleur! au voleur! au voleur! 406 Weder das Töten durch Blicke noch der Herzensraub durch die Augen sagt etwas über die Frauen selbst aus, daher sollen diese Aspekte hier nicht weiter behandelt werden. Es handelt sich hierbei um Topoi, die in der Troubadourlyrik, bei den Goliarden, in der Gebildetenlyrik, in der Volkslyrik immer wieder variiert worden sind. Auch wenn den Frauen mittels ihrer Augen der aktive Part zugesprochen wird, bleiben sie in Wirklichkeit doch vollkommen passiv: Der Mann beschreibt nur seine eigene Befindlichkeit. Er behauptet, zu re-agieren und ist doch der- jenige, der agiert. 1.14 Nicht-visuelle Vorzüge der Geliebten So gut wie nie beziehen sich die Texte auf die Geistesgaben der Geliebten. Einmal werden die moralischen Tugenden als Gegengewicht zu den fehlenden äußerlichen Schönheiten angeführt: Tienes en tu cara pecas y en tu garganta lunares y en tu pecho más virtud que arena tienen los mares. Canc. Gran. 125 Das Fehlen dieses Themengebietes Ŕ die Tugendhaftigkeit der Frau Ŕ ist umso verwunderlicher, als dieses Thema...

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