Show Less

Das Bild der Frau in den Liedertexten des Flamenco

Adela Rabien

«Carmen» ist für uns der Inbegriff der andalusischen Zigeunerin. Entspricht sie dem Frauenbild, das wir in den Liedertexten des Flamenco finden? In dieser Arbeit werden zuerst die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse gegen den «Mythos Flamenco» abgegrenzt. Es wird nach der Authentizität der Texte gefragt und erläutert, welche Probleme sich ergeben, bis ein Frauentext in eine Sammlung gelangt. Im zweiten Teil der Arbeit wird untersucht, welche Frauenbilder in den Liedertexten tradiert werden: die Geliebte, die Ehefrau, die Mutter, die Schwiegermutter und die Frau allgemein – mit einigen überraschenden Erkenntnissen.

Prices

Show Summary Details
Restricted access

5.3 Die femme fatale 270

Extract

270 Auch hier ein suggestives Bild: Mann und Frau haben sich einst auf dem (Lebens)-Weg getroffen; parallel dazu wird ein Zusammenprallen von Mann und "Tödin" evoziert. 5.3 Die femme fatale 5.3.1 Versuch einer kurzen Definition. Für Nicht-Spanier ist "Carmen" der Prototyp der andalusischen Zigeunerin und gleichzeitig der Inbegriff der "femme fatale"621. Versuchen wir zuerst in aller Kürze, den Begriff der femme fatale mit ihren wichtigsten Eigenschaften zu fassen. Ihre besonderen Merkmale sind: 1, ihre Schönheit, womit sie die Männer anzieht622 2, ihre Unabhängigkeit, und zwar in mehrfacher Hinsicht: a, sie hat keinerlei familiäre oder gesellschaftliche Bindungen b, sie ist in der Lage, selbst für ihr finanzielles Auskommen zu sorgen, auf welche Weise auch immer 3, ihre Freiheit auch in emotionaler Hinsicht: Sie lässt sich letztlich nicht "kaufen", obwohl sie zu locken und zu versprechen scheint 4, ihre "sexuelle Freizügigkeit"623, die aus dieser Unabhängigkeit resultiert und die ihr den Ruf einer "mangeuse d´hommes" einŔ 621 Starkie (1985, S. 147) gießt ätzenden Spott über dieses Klischee aus, das für touristische Zwecke freilich gerne benutzt wird: "Al primer signo de cansancio [del turista], el ojo perspicaz del guía interpretándolo como un deseo de más vivos y excitantes placeres, le dice: - ¿Ha visto usted a los gitanos y oído cantar flamenco? - ¿ Qué es flamenco? - pregunta el turista. - ¡Ah! Ŕ dice el guía con ojos chispeantes -. Yo le dir...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.