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Das Bild der Frau in den Liedertexten des Flamenco

Adela Rabien

«Carmen» ist für uns der Inbegriff der andalusischen Zigeunerin. Entspricht sie dem Frauenbild, das wir in den Liedertexten des Flamenco finden? In dieser Arbeit werden zuerst die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse gegen den «Mythos Flamenco» abgegrenzt. Es wird nach der Authentizität der Texte gefragt und erläutert, welche Probleme sich ergeben, bis ein Frauentext in eine Sammlung gelangt. Im zweiten Teil der Arbeit wird untersucht, welche Frauenbilder in den Liedertexten tradiert werden: die Geliebte, die Ehefrau, die Mutter, die Schwiegermutter und die Frau allgemein – mit einigen überraschenden Erkenntnissen.

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5.5.5 Verleumdung 291

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291 Gläubigen eintreten können. Hier jedoch wird die stete Öffnung sowie die Nennung der Kirche (!) in Verbindung mit der Frau ins Sarkastische gewendet: Eres una y eres dos, eres tres y eres cincuenta, eres la iglesia mayor donde todo el mundo entra, todo el mundo menos yo. OrB 564 Vorbereitet wird dieser geradezu blasphemische Text durch die Einleitung "Eres una y eres dos…". Eine gefallene Frau hat keine "fama" mehr, keine "opinión", keinen Namen.685 Auch Starkie spricht von der Namenlosigkeit der Frauen.686 Daher kann sie einen, zwei oder auch vierzig verschiedene Namen bzw. letztlich überhaupt keinen (eigenen) Namen haben. 5.5.5 Verleumdung. Eine besondere Perfidie zeigt sich in der letzten Zeile der oben genannten Strophe: Mit allen treibst du es, nur mit mir nicht. Der Mann spricht also nicht aus eigener Erfahrung, sondern stellt gehässig eine Behauptung auf, die ziemlich unmöglich zu widerlegen ist. Damit verleumdet er die Frau aufs Übelste, er "entehrt" sie für immer. Die gleiche Aussage taucht in der nächsten Strophe auf. Der voranŔ geschickte Fluch zeigt, dass der Mann gekränkt ist, weil er mit seinen Avancen keinen Erfolg hatte; aus Rache greift er zu dem üblen Mittel der Verleumdung: Te den una puñalá; Too er mundo e ti consigue, Yo no pueo conseguí na. Demof. 74 5.5.6 Verachtung. Voller Verachtung wird der Frau die Prostitution nahegelegt; im Dunkeln der Pappelallee läßt sich auch "Falschgeld" an den Mann bringen: Anda bete a la lamea; Que de noche pasa...

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