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Die Darstellung von Musik im zeitgenössischen englischen und amerikanischen Bildungsroman

Peter Ackroyd, Vikram Seth, Richard Powers, Frank Conroy, Paul Auster

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Meike Reher

Die Studie untersucht musikalische Thematisierungen und strukturelle Affinitäten in zeitgenössischen englischen und amerikanischen Bildungsromanen. Im Gegensatz zu bisher vorliegenden Arbeiten zielt sie auf eine gattungsspezifische Perspektive. Die Autorin untersucht, wie der Bildungs- und Identitätsprozess des männlichen Protagonisten durch die Musik unterstützt wird und weist einen grundlegenden Funktionswandel des Genres nach. Im zeitgenössischen Bildungsroman wird Musik zu einem dystopisch eingefärbten Symbol für Isolation und Eskapismus bis hin zu einem Substitut personaler wie sozialer Identität.

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5.4 Zusammenfassung 119

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119 Zwar wird die Realität, mit der sich die Romanhelden auseinandersetzen müs- sen, als vorläufig und fragil empfunden, Meindl stellt jedoch fest: “[…] there is no such thing as an unconditionally postmodern Bildungsroman.”575 Der Bil- dungsgang wird im interkulturellen Bildungsroman wesentlich durch eine Aus- einandersetzung mit dem Fremden und Ungewohnten prädisponiert. Meindl konstatiert für den interkulturellen Bildungsroman dann auch: „Identity is Other- based.“576 Die Austarierung ist hierbei für die Adoleszenz in einer sozialen Randgruppe ungleich schwerer zu leisten, so dass Jean S. Phinney in diesem Faktum ein wesentliches Kriterium sieht, die Phase der emerging adulthood als eigenständige Lebensphase zu etablieren.577 5.4 Zusammenfassung Der amerikanische Bildungsroman ist von der deutschen Ausprägung des Gen- res deutlich zu differenzieren, da Ersterer unter anderen historischen Umständen entstanden ist. Er thematisiert ebenfalls die Austarierung zwischen dem Ich und der Gesellschaft, die aber vor dem Hintergrund der amerikanischen Siedlungs- geschichte stattfindet. Das nationale Selbstbild manifestiert sich in der Vorstel- lung der frontier, dessen geographische Exploration mit der Möglichkeit des persönlichen Neuanfangs gleichgesetzt wird. Das Individuum bewegt sich in ei- nem Spannungsverhältnis aus ungehinderter Selbstentfaltung, die das Land pro- grammatisch in Aussicht stellt, und normierenden Einflüssen der Gesellschaft. So zeichnet sich der Protagonist des amerikanischen Bildungsromans durch eine tiefgehende Skepsis gegenüber sozialen Richtlinien aus, die seine ungehinderte Entwicklung einengen könnten. Die Figur des American Adam symbolisiert persönliche wie nationale Unschuld, die trotz ihres utopischen Überschusses prägenden Einfluss auf den...

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