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Die Darstellung von Musik im zeitgenössischen englischen und amerikanischen Bildungsroman

Peter Ackroyd, Vikram Seth, Richard Powers, Frank Conroy, Paul Auster

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Meike Reher

Die Studie untersucht musikalische Thematisierungen und strukturelle Affinitäten in zeitgenössischen englischen und amerikanischen Bildungsromanen. Im Gegensatz zu bisher vorliegenden Arbeiten zielt sie auf eine gattungsspezifische Perspektive. Die Autorin untersucht, wie der Bildungs- und Identitätsprozess des männlichen Protagonisten durch die Musik unterstützt wird und weist einen grundlegenden Funktionswandel des Genres nach. Im zeitgenössischen Bildungsroman wird Musik zu einem dystopisch eingefärbten Symbol für Isolation und Eskapismus bis hin zu einem Substitut personaler wie sozialer Identität.

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6.4 Erläuterung verwandter Begrifflichkeiten: Intertextualität, Medium, Code 127

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127 dass die Verwendung eines Fremdmediums nachweisbar und somit „fasslich“ sein muss; so ist der Nachweis einer latenten „Musikalität“ in subjektiv empfun- den „musikalischen“ Textpassagen für die Untersuchung intermedialer Kontakte nicht ausreichend. Intermedialität ist das innerhalb eines Kontaktnehmers fassliche Resultat der Inszenie- rung eines fremdmedialen Kontaktgebers (in Form von Imitation, Integration oder Kom- bination), wobei Kontaktgeber und -nehmer verschiedenen Medien in einem weiten Sinn zugehören, d.h. unterschiedlichen Kommunikationsmitteln, die sowohl durch technische und institutionelle Übertragungskanäle als auch durch bestimmte Zeichensysteme charakterisiert werden können.610 Die Zeichen des Kontaktgebers gehen entweder in dem dominanten literarischen Medium auf oder gehen eine Verbindung ein, indem das kontaktgebende Medi- um in seiner ursprünglichen Form nicht mehr erkennbar bleibt. Im Fall der vor- liegenden Studie korreliert ein denotativ gegebenes literarisches Werk mit einer konnotativ gegebenen musikalischen Struktur oder Thematisierung. Die Musik selbst ist als akustische oder schriftliche Dimension abwesend, sie ist jedoch äs- thetisch und indirekt akustisch gegenwärtig. Dieses Differenzpotential der Küns- te ist für die Literatur hochbedeutend, da sie eine Öffnung hin zu anderen Aus- drucksformen ermöglicht. Das Werk schafft sich einen Horizont, vor dem es sich in seiner Besonderheit darstellt. Soll dieser Horizont aber ein erfahrbarer, ästhetisch gegenwärtiger Horizont sein, nicht nur ein gewusster Horizont, so bedarf es nicht nur der Verweisung selbst, sondern ihrer ästhetischen Vergegenwärtigung.611 Im zeitgenössischen Roman ist diese Vergegenwärtigung nicht an die high arts verbunden, auch andere ästhetische Kunstformen können ein wertvoller Aus- druck...

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